Seit 20 Jahren ist Wolfram der Spyra als Klangkünstler bekannt - Zeit für eine Rückschau

„Verweile doch, du bist so schön!“

Immer verbunden: Wolfram der Spyra. Foto: Schoelzchen

KASSEL. Viele Kulturinteressierte erinnern sich mit Vergnügen an „My Little Garden Of Sounds“. Wolfram der Spyra hat damit zweimal zur documenta-Zeit sommerliche Paradiese zwischen fantasievoller Kunst und Biergartenflair geschaffen. Das war in den Jahren 1997 und 2002.

Noch ein paar Jahre früher begann Spyras Laufbahn - 1992, nachdem er sein Studium an der Kunsthochschule Kassel mit der Diplomarbeit zum Thema „Klangerzeugung, Klangkomposition, Klangskulptur“ abgeschlossen hatte. Das Jubiläum ist ein Grund zur Erinnerung. „Rückschall: 20 Jahre Klangkunst in Kassel“ heißt die Ausstellung, die am Samstag im Kunsttempel vorgestellt wurde.

Auf iPads kann man sich Infos über Kunstwerke holen, Soundfiles anhören und Videos ansehen - etwa ein Kopfhörer-Konzert in Spyras Klanggarten. Nach der Erstpräsentation soll die Ausstellung, für die Stefan Kemna das Design und Licht kreiert hat, wieder während der kommenden documenta gezeigt werden.

Nun wäre es nicht Spyra, hätte es am Samstag nicht auch neue Aktionen im Kunsttempel gegeben. Mit dem so originellen Schlagzeuger Steffen Moddrow und dem erfinderischen Leipziger Künstler Erwin Stache nahm er sich passend zum Jubiläum eines faustischen Themas an: Verweile doch, du bist so schön!

Klar, dass da einige Ironie mitschwang. Ein Spielzeug-Pudel (Mephisto!) drehte sich in einer durchsichtigen Trommel, Steffen Moddrow wurde gar einem imaginären Zeitgas ausgesetzt. Erwin Stache drehte ein kleines Rädchen, worauf Barockmusik von Rameau ertönte. Oder steuerte durch das Ausziehen eines Scherengitters Klänge an.

Nicht weniger faszinierte der Leuchtstoffröhren-Sequencer, den Stache mit dem Augsburger Kollegen Sebastian Giussani geschaffen hat: eine eindrucksvolle Polyfonie aus Klang, Rhythmus und Licht.

Von Georg Pepl

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