Weihnachtsmärchen in der Komödie: Verwöhnte Prinzessin

Verwöhntes Gör, von Fröschen beobachtet: Kerstin Gasch spielt die Prinzessin im Weihnachtsmärchen der Komödie. Foto: Koch

Kassel. Das Märchen kenne sie schon aus dem Kindergarten, sagt die 5-jährige Julina aus Hann. Münden in der Pause. „Aber nicht SO!“ Dann fängt sie wieder an, lautstark zu quaken, gedanklich offenbar noch beim Froschkonzert in einer der eben gesehenen Szenen. Die Kasseler Komödie zeigt als Weihnachtsmärchen den „Froschkönig“, frei nach den Brüdern Grimm.

Auch die Freiheiten, die sich das Stück gegenüber der Vorlage nimmt, kommen beim jungen Premierenpublikum bestens an. Marco Linke verändert in seinem Stück den Gang der Handlung nicht grundsätzlich, vielmehr wechselt er die Perspektive und ergänzt die bekannten Szenen mit einigen neuen. Im Zentrum steht die Suche des treuen Heinrich nach seinem Herrn, dem verwunschenen König. Stefan Marx spielt Heinrich als beflissenen Diener mit Butler-Attitüde, der zwischendurch immer wieder vor den Vorhang tritt und die Zuschauer gekonnt mit einbezieht.

Kerstin Gasch als Prinzessin ist ganz das verwöhnte Gör, das aber, anders als bei den Grimms, den zunächst ungeliebten Verehrer schon vor der finalen Verwandlungsszene zu schätzen lernt. Den Frosch - eine Handpuppe - und schließlich den erlösten König gibt Simon Hillebrand.

In gleich drei Rollen glänzt René Spitzer, unter anderem als überdrehter französischer Koch auf Froschjagd, der anhand von drei Bananen die Zubereitung von Froschschenkeln demonstriert.

Überflüssig an Michael Kaisers gut einstündiger Inszenierung (plus Pause) wirken allenfalls die an zwei Stellen eingesetzten, blassen Diaprojektionen. Dem Bühnengeschehen, das die Kinder in jeder Minute zu fesseln vermag, fügen sie wenig hinzu.

Komödie Kassel, Friedrich-Ebert-Straße 39, jeweils sonntags, 11 und 14.30 Uhr, bis 18. Dezember. Karten: Tel. 0561/18383. Schulvorstellungen auf Anfrage.

Von Fabian Fröhlich

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