BSW-Amateurtheater präsentierte „Frau Holle“ im Anthroposophischen Zentrum

So viel Fleiß wird belohnt

Der entscheidende Moment: Annemarie (Claudia Berge) springt in den Brunnen, beobachtet von ihrer Stiefmutter (Kriemhild Schnorr) und der Stiefschwester (Edith Lotz). Foto: Koch

Kassel. Passender hätte das Wetter nicht sein können. Während draußen dicke Schneeflocken fielen, bot das Kasseler BSW-Amateurtheater auf Tour drinnen „Frau Holle“. Viermal präsentierten die Laienschauspieler am Wochenende ihr Stück im Anthroposophischen Zentrum, und nicht nur Kinder waren von der liebevollen Inszenierung (Regie: Edith Lotz) beeindruckt.

Seit 51 Jahren gibt es das Ensemble (früher Laienspielgruppe des Bahn-Sozialwerks), vor jedem Weihnachtsfest geht es mit einem anderen Märchenstück auf Nordhessen-Tour. Dass vom Bühnenbild (Bernhard Ober und Gerd Seidel) über die Kostüme (Elfriede Reuting) bis zu den Spezialeffekten (Nils Franke) alles handgemacht ist, macht jede Vorstellung zu etwas Besonderem. Und das, obwohl die Handlung jedem bekannt sein dürfte.

Beim BSW-Amateurtheater spielt die Geschichte in einem Fachwerkstädtchen. Die fleißige Annemarie (Claudia Berge) wird von ihrer Stiefmutter (Kriemhild Schnorr) gedemütigt. Ihre faule Stiefschwester (Edith Lotz) rührt keinen Finger. Eines Tages springt Annemarie in den Brunnen, um eine Spindel herauszuholen. Bald findet sie sich im Reich der Frau Holle (Elfriede Reuting) wieder. Dort hat sie allerhand zu tun: Sie holt Brote aus dem Ofen, fegt und schüttelt die Betten aus, bis es auf der Erde schneit. So viel Fleiß wird belohnt: Frau Holle überschüttet Annemarie mit Gold. Wer faul und unfreundlich ist wie die unsympathische Schwester, bekommt seine gerechte Strafe.

Wunderbar, wie gegensätzlich die Hauptdarstellerinnen agieren. Claudia Berge überzeugt als fröhliche Goldmarie, während Edith Lotz die Pechmarie als naives, trotziges Mädchen spielt. Der Brunnenmeister (Gerd Seidel), der unter Dauerschnupfen leidet, bekommt Szenenapplaus: Zu lustig ist, wie er den Gesellen Bertel (Jochen Baumbach) aus Wut um den Brunnen jagt. Die Zuschauer belohnen das kurzweilige Vergnügen mit langem Beifall.

Von Pamela De Filippo

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