Die Kasseler Sängerin Nicole Jukic überzeugte in der Konzertmuschel im Bergpark Wilhelmshöhe

Viel Gefühl in der Mittagssonne

Volle Konzentration, auch mit Instrument: Die Kasseler Sängerin Nicole Jukic beim Auftritt im Bergpark. Foto:  Koch

Kassel. Für eine junge Sängerin, auch wenn sie sich anschickt, kontinuierlich Sprosse für Sprosse auf der Karriereleiter hinaufzusteigen, ist eine große Kulisse ein besonderes Erlebnis. Etwas von Aufregung geprägt, klang dann auch die Begrüßung von Nicole Jukic: „Einen wunder-, wunderschönen Sonntag. Ich freue mich, dass so viele gekommen sind.“ Wie viele genau es waren, die sich am sonnigen Sonntagmittag vor und um die Konzertmuschel im Bergpark niederließen, um die Kasseler Musik- und Germanistikstudentin mit ihrer Band zu erleben, kann nur grob geschätzt werden: Alle Plätze besetzt, alle Rasenflächen in Rufweite ebenso.

Hier und da sah man an den Bäumen immerhin noch einen freien Ast. Also etwa 450 Besucher. Und das zu einer Premiere: „Ich bringe heute zum ersten Mal nur eigene Stücke.“ Wie die klingen, wenn eine Sängerin eine dunkel-samtige Soulstimme aus purem Gefühl besitzt, lässt sich schon beim ersten Ton ahnen: gefühlvoll, dunkel und leidenschaftlich.

Zärtlich streichelnd bei den Balladen, die ihre Stärken am besten in Szene setzen, rhythmisch temperamentvoll und mit Wucht, sobald der Schwung die Traurigkeit ablöst. Hier aber ist sie manchmal ein wenig gefährdet, sich ins Soulröhren-Klischee fallen zu lassen. Bei ihrem großen Potenzial jedoch kein wirkliches Problem.

Die Themen ihrer ansprechend arrangierten Lieder, die ihre Band (Viktor Diegel, Gitarre, Manuel Groh, Bass, Lars Kraume, Schlagzeug, Lisa Sommerfeld, Tasten) souverän begleitet, drehen sich um? Natürlich: Gefühle. Schon die Titel, „My Heart, Homeless, „Fed up“ („diese Stück schrieb ich, als ich von allem die Nase voll hatte“) oder „I want to be free“ zeugen davon.

Aber auch ein anderes Gefühl, und dafür verdient die sympathische Künstlerin Extrapunkte, ist ihr wichtig: „Was wäre Musik ohne die, die zuhören“, ruft sie, und bedankt sich bei dem Publikum mit einem Lied, dessen Textzeile „Thank you Listeners“, den Applaus des Publikums gleich noch ein wenig mehr anschwellen ließ.

In der Reihe Bergparkkonzerte stellen sich Künstler und Ensembles aus Kassel vor. Beginn ist immer am Sonntag, 12 Uhr. Nächste Termine in der Konzertmuschel nahe dem Schloss:

1. August: Blue Break,

8. August: Luna Rossa

15. August: Helmut Schäfer Quintett

22. August: Steppin’ Out Blues Band

29. August: Sidewinder Lounge

Von Steve Kuberczyk-Stein

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