Fünftes Kasseler Trashfilm-Festival präsentierte bizarre, sinnlose und Horror-Filme

Viel Gewalt, jedoch kein Sex

Ausgezeichnet: Stephan Haberzettl (rechts) überreicht Ralf Kemper den Publikumspreis, den er für Markus Wimberger entgegennimmt. Haberzettl und Eva-Maria Balkenhol führten, unterstützt von Cheerleader Udo Müller, schräg und betörend komisch durch das Programm. Foto: Gebhardt

Kassel. Abseits vom großen Filmbusiness ist der Trashfilm zu einem eigenständigen Genre herangereift. Jeder kann mit einer Digicam, Darstellern, Requisiten und einer halbwegs kruden Idee seinen eigenen Spielfilm drehen. Aus 40 Einsendungen musste Ralf Kemper diesmal auswählen. Kemper hat das Trashfilmfest am Wochenende bereits zum fünften Mal in Kassel ausgerichtet und ist selbst Filmemacher.

19 Filme unterschiedlicher Güte und Machart aus Deutschland, Österreich und der Schweiz flimmerten über Leinwand und Fernseher in der Salzmann-Fabrik: Groteskes, Skurriles, Bizarres, Grusel, Horror und sinnlose Gewalt - der Trashfilm kultiviert programmatisch den schlechten Geschmack. Humor ist eher die Ausnahme. Wenn es mal was zu lachen gibt, dann meist eher unfreiwillig. Sex ist Fehlanzeige: Geliebt wird deshalb nicht, weil es wohl eher peinlich wäre.

„Sadisticum“ (Sebastian Radtke, München) hat in puncto Gewalt die Grenze des Erträglichen überschritten. Mit sehr professioneller Anmutung zeigt er die perverse Lust am Quälen hilfloser Opfer. Viele ertrugen das nicht und verließen die Aufführung.

Den Publikumspreis konnte sich am ersten Abend „Flesh for the King“ von Markus Wimberger (Wien) verdient sichern: Seine Horror-Groteske über einen verrückten Elvis-Imitator, der einen Musikmanager, einen bekifften Rock-Star und einen Kommissar auf dem Altar der Rock- ’n-’ Roll-Ikone opfert, überzeugte. Am Samstag wurde der skurrile Zombie-Streifen „End of Night“ (Felix Brand, Haverlah) ausgezeichnet. Von insgesamt vier eingereichten Kasseler Produktionen konnte sich Noah Hunters ambitionierter Thriller „Anywhere - Anyone“ am Samstag auf dem dritten Platz behaupten.

Von Andreas Gebhardt

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