Frida Gold traten beim Kultursommer Nordhessen in Borken auf

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Kommt her: Alina Süggeler fordert ihr Publikum.

Borken. Fast wirkt es, als wolle sie jeden einzelnen Zuschauer mit ihrer ausgestreckten Hand zu sich auf die Bühne holen. „Keinen Sicherheitsabstand, kommt nach vorn“, ruft die zierliche Frau ihrem Publikum im Borkener Themenpark Kohle und Energie zu.

Ihr Gesicht verbirgt Alina Süggeler hinter einer großen schwarzen Sonnenbrille. Die Sängerin der Band Frida Gold gibt den kühl-lasziven Electro-Vamp.

Doch nur einige Zuschauer setzen sich in Bewegung. Die meisten bleiben stehen. Zu kühl wirken die Elektrosounds, zu distanziert die Sängerin. Doch diese Distanz weicht: Kaum hat Süggeler die Brille abgesetzt, zieht sie die Besucher nach und nach in ihr Universum aus teils seltsamen Tönen, schönen Melodien und manchmal auch sanfter Melancholie.

Frida Gold beim Kultursommer Nordhessen in Borken

Dazu gibt es immer wieder Persönliches zu hören. „Ihr seid hier nur für uns da und wartet nicht auf andere“, sagt die Sängerin, die mit ihrer Band bereits Vorgruppe von Kylie Minogue war. Das mache sie stolz. Überhaupt sei es das einzige reine Frida-Gold-Konzert in diesem Jahr, sagt sie, und man nimmt ihr die Freude darüber ab.

Spätestens nach „Komm zu mir nach Haus“ ist klar: Frida Gold, das sind leidenschaftliche Musiker - auch wenn nicht alle Songs auf voller Länge überzeugen. Sie beweisen, dass ihre Charterfolge „Wovon sollen wir träumen“ und „Zeig mir wie du tanzt“ auch live hinhauen. Sie covern Songs wie „Gold“, ohne wie eine Kopie zu wirken, immer mit deutschem Textanteil. Sie machen Laune. „Es interessiert mich nicht, was morgen ist, denn es gibt nur den Moment“, heißt es in „Morgen“. Jetzt fehlt nur noch die Disco-Kugel. Nach und nach geschieht es, das Publikum tanzt, singt, klatscht bei der Zeitreise mit viel Song-Glitzer.

Nach tanzbodenkompatiblen Klängen vollziehen Frida Gold eine Kehrtwende und widmen sich ruhigeren Sounds. Entspannte Momente, in denen die Stimme der Frontfrau zur vollen Geltung kommt. „Wir haben erst eine Platte“, sagt sie, als das Publikum nach anderthalb Stunden mehr fordert: „Zeig mir wie du tanzt, und ich sag dir wer du bist“ - diesmal tanzen fast alle 600 Zuschauer ganz ohne Sicherheitsabstand. Wunderbare Club-Momente unter freiem Himmel.

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