Rekord bei der Biennale in Venedig: 89 Nationen zeigen eigene Beiträge

Viel Wirbel um die Kunst

Elaine Sturtevant

Venedig/Kassel. „Einer Windmaschine gleich“ werde Kunst aus aller Welt in Venedig durcheinanderwirbeln, hatte Biennale-Direktor Paolo Baratta prophezeit. „Die Biennale ist wie ein Sturm, der alle zwei Jahre neue Äste der Kunst aufdeckt und alte in ein anderes Licht rückt.“ Er spielte auf eine der Neuheiten an: Die Einbeziehung des Altmeisters Jacopo Tintoretto (1518-1594).

Die künstlerische Leiterin Bice Curiger (62) hat den für die Renaissance-Zeit revolutionären Maler mitten in ihre zeitgenössische Kunstschau gestellt. Er soll mit den 83 von ihr ausgewählten Künstlern in „erleuchtende Dialektik“ treten.

Dazu kommen 89 nationale Beiträge - darunter sind mit Andorra, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Bangladesch und Haiti vier Neulinge. Um im Bild des Biennale-Direktors zu bleiben: Der größte Wirbel in der Lagunenstadt ist vorüber, die Kunstkritiker haben ihre Urteile gefällt, viele Insider der Szene sind nach dem Wochenende abgereist, die Preise vergeben. Jetzt hat das Publikum bis 27. November Gelegenheit, die Werkshallen des Arsenale und den Park der Giardini zu besuchen.

Auf ein gemischtes Echo ist die Verleihung des Goldenen Löwen für den besten Pavillon für den deutschen Beitrag gestoßen (siehe Artikel unten). Auf Susanne Gaensheimer (44), Kuratorin des Deutschen Pavillons, die mit Aino Laberenz, der Witwe des 2010 gestorbenen Regisseurs und Aktionskünstlers Christoph Schlingensief, den Preis entgegen genommen hat, wartet die nächste Herausforderung: In 14 Tagen eröffnet in Frankfurt die große Ausstellung zum 20-jährigen Bestehens „ihres“ Museums für moderne Kunst.

Weitere Auszeichnungen: • Goldener Löwe an Christian Marclay (USA), bester Künstler • Silberner Löwe an Haroon Mirza aus Großbritannien, bester Nachwuchskünstler • Ehrenlöwen für das Lebenswerk an die US-amerikanische Künstlerin Elaine Sturtevant, Jahrgang 1930, und an den Wiener Künstler Franz West (64). • Sonderpreise für den lettischen Pavillon und die in Berlin lebende schwedische Künstlerin Klara Liden. Sie hat Anfang 2009 in der Kunsthalle Fridericianum in Kassel ausgestellt. (dpa/vbs)

www.labiennale.org

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