Viele scharfe Geheimnisse: „Musikpaparazzo“ Florian Brauer

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Wandlungsfähig: Florian Brauer.

Kassel. Rappelvoll war der kleine Saal der Kulturinitiative Harleshausen, wo am Freitagabend viel gelacht wurde. Florian Brauer, der Kasseler Musiklehrer, Sänger und Freizeit-Kabarettist, schlüpfte wieder einmal in die Rolle des Musik-Paparazzos und lüftete Geheimnisse der Musikwelt.

Zum Beispiel ließ er den Gemeindegesang beim Kirchenlied „Danke für diesen guten Morgen“ aus dem Ruder laufen. Da das Lied musikalisch eher banal ist, wechseln die Organisten nach den Strophen gern die Tonart, um es spannender zu machen. Nicht jedem Organisten sei aber diese Kunst in die Wiege gelegt.

Deshalb, so die schelmische Behauptung, sei für „Danke“ extra ein Tonartwechsel-Apparat konstruiert worden. Brauer zeigte nun, wie es sich anhört, wenn dieser Apparat verrückt spielt und die Tonarten Purzelbäume schlagen. Ein Heidenspaß, ein hinreißender Sketch.

Aber nicht nur mit seinen Comedy-Ideen sammelte er Punkte bei den 80 Zuhörern. Er langte auch mit Schwung in die Tasten und war als Sänger wandlungsfähig wie ein Chamäleon. Klang wie Elvis Presley, wie Michael Jackson (aus „Billy Jean“ wurde „Billig Jeans“) und wie ein Trio aus Sido, Bushido und Peter Maffay.

Einen barocken Kastraten hatte er auf Lager, als er eine Arie von Jürgen Manfred Händel zum Besten gab, dem jüngeren Bruder des bekannten Georg Friedrich. Und ein Geheimnis über Johnny Cash wusste er auch zu berichten. Der soll scharfes Essen geliebt haben, was die wahre Inspiration für „Ring of Fire“ gewesen sein soll. Tosender Applaus, drei Zugaben. Danke für diesen heiteren Abend!

Von Georg Pepl

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