Mit viel Wohlwollen

Vielfalt im Wohnzimmer: Hellmut Hattler im Kasseler Schlachthof

Hellmut Hattler

Kassel. Hellmut Hattler bezeichnete den Schlachthof Kassel als „Wohnzimmer“, so vertraut sei ihm der Ort nach zahlreichen Auftritten in den letzten Jahren. Man spüre das Wohlwollen der Besucher, dadurch sei es besonders toll, hier zu spielen.

Anlässlich des Erscheinens des neuen Live-Albums „Live Cuts II“ war das Urgestein der Krautrockzeit (Kraan, Guru Guru) mit Band zu Gast im Kulturzentrum.

Das Bandprojekt Hattler gibt es seit 2000, neben Bassist Hattler standen Schlagzeuger Oli Rubow und Gitarrist Torsten de Winkel auf der Bühne - und Fola Dada, die mit ihrem ausdrucksstarken, souligen Gesang großen Anteil am Erfolg hatte.

Das Publikum ging mit dem teils rockigen, teils jazzigen Sound mit, klatschte und tanzte, der Beifall steigerte sich mit jeder Nummer. Hattler steht für Abwechselung, Experiment und das freie Spiel mit Stilrichtungen und Genres. Sei es das weitgehend auf Bass und Gesang reduzierte „Fine Days“, das funkig-melodische „Marseille“ oder „Watchagonnado“, welches neben dem treibenden Sound mit stakkatohaftem Sprechgesang Elemente des Hip-Hop und des Funk aufwies.

Stärker im Zeichen des Psychedelic Jazz à la Kraan standen ruhigere Stücke wie „Nachtstrom“, im Mittelpunkt dabei der intensive Dialog zwischen Bass und Gitarre, untermalt von Schlagzeugklängen.

Daneben gab es auch Raum für Improvisation. So geriet die Vorstellung der Bandmitglieder plötzlich zur spontanen Performance: de Winkel gab einige melodische Gitarrenriffs vor, der Schlagzeuger stieg mit ein und schließlich auch der Bassist.

Das Publikum war begeistert, forderte drei Zugaben und bekam sie auch. Selbstironisch lobte Hattler, betont lässig mit Sonnenbrille, seine Mitakteure als „saugeile Band“, die selbst aus von ihm mittelmäßig geschriebenen Songs tolle Songs mache. Mit tollen Songs, einer gelungenen Mischung der Genres und Live-Atmosphäre kann das neue Album jedenfalls aufwarten.

Von Johanna Wohlkopf

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