Auftritt in der Kreuzkirche

Vielseitig: Jochen Faulhammer beim Adventskonzert

Boten ein spannendes Konzert: Die Kantorei und der Kammerchor der Kreuzkirche mit Dirigent Jochen Faulhammer. Foto: Fischer

Kassel. Großartig, was Jochen Faulhammer alles auf die Beine stellt. Chorleiter, Dirigent, Bass-Solist und musikalischer Schatzgräber: Jüngste Frucht seines Engagements war das Adventskonzert in der Kreuzkirche.

Vor 450 Gästen schimmerten die vielen Farben der Alten Musik.Mit dem vor Affekt berstenden Barock Antonio Vivaldis ging die Reise los: Die Kantorei und der Kammerchor der Kreuzkirche boten im „Magnificat“ g-moll RV 610 aufregende Harmonien, während die Cappella Cavata für den kompetenten, frischherben Originalklang sorgte. Gut ausgewählt auch die Solisten Traudl Schmaderer (Sopran), Julia Heigl (Alt) und Gideon Poppe (Tenor).

Als glänzende Programm-Idee folgte auf den prallen Affekt der durchgeistigte Renaissance-Stil. Jochen Faulhammer hat das „Magnificat primi toni“ von Cesare Tudino in der Murhardschen Bibliothek entdeckt und eine Partitur erstellt. Der Kammerchor zeigte bei diesem A-cappella-Schatz sein fortgeschrittenes Niveau, Faulhammer selbst sang schöne gregorianische Einschübe.

Wieder eine andere Farbe: die frühbarocke Monodie Claudio Monteverdis. Monodie meint einen vom Generalbass begleiteten Sologesang. Zum beweglichen Fundament von Christian Zierenberg (Orgel) und Susanne Hartig (Cello) brillierte Sopranistin Traudl Schmaderer im „Laudate Dominum“ mit freudigem Ausdruck.

Vivaldis Extravaganz tobte sich dann nochmals im Violinkonzert d-Moll RV 235 aus - mit dem versiert-furchtlosen Göttinger Geiger Henning Vater. Doch das letzte Wort gehörte dem tiefsinnigsten Barockgenie: Bach und seiner Missa G-Dur BWV 236. Neben dem großen Einsatz des Chors gab es unter anderem eine stattliche Bass-Arie Faulhammers und ein strahlendes Solo des Staatstheater-Tenors Gideon Poppe. Lang anhaltender Beifall nach einem spannenden Konzert.

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