Die A-cappella-Gruppe „Maybebop“ begeisterte im ausverkauften Opernhaus

Vier Mann, ein Klang

Auch optisch einiges zu bieten: Oliver Gies (von links), Lukas Teske, Sebastian Schröder und Jan Malte Bürger beim Auftritt im Opernhaus. Foto:  Fischer

KASSEL. Zum Schluss singen die vier Herren auf der Bühne einen Cover-Song, „So It Goes“ von Billy Joel, und verzaubern mit Melodisch-Melancholischem im Dämmerlicht. Vier Stimmen, ein Klang. Nur Minuten zuvor hatten sie mit ihrem frech-witzigen „Gummibaum“-Lied gepunktet, Ironisches über den Weihnachtsbaumkult. Ja, die stilistische Vielfalt der Maybebop-Boys ist groß, das macht sie zu einem Ausnahmephänomen unter den A-cappella-Gruppen, wie ihr Gastspiel im Opernhaus am Montag zeigte.

Schon der Name der Band verweist auf grenzüberschreitende Weite. Maybe (vielleicht) oder eben auch Bebop, eine Jazzrichtung aus den 40ern, assoziieren einen Stilmix, bei dem die Bopper neben Jazz und Pop auch mal mit Reggae, russischer Polka, Tango oder Hip-Hop überraschen.

Und weil der Titel ihrer neuen CD „Extrem nah dran“ Programm ist, wird das über zweieinhalbstündige Konzert im nahezu ausverkauften Opernhaus auch mal zum Wünsch-dir-was-Konzert.

Denn Sebastian Schröder (Bass), Jan Malte Bürger (Countertenor), Oliver Gies (Bariton) und Lukas Teske (Tenor) wollen eben ganz nah dran sein an ihrem Publikum.

Dessen Wunsch ist ihnen heilig, und so singen sie dann, natürlich immer a cappella, auf Zuruf Lieblingslieder wie das nachdenklich machende „Flattersätze“. So improvisiert Gies, der kreative Kopf der Band, mit spielerischer Leichtigkeit freche Songs aus vorgegebenen Worten (unter anderen documenta). So übt Teske mit den Zuhörern waghalsige Lieder mit ungewöhnlichen Tönen ein, dem Scat-Gesang ähnlich.

Nichts bleibt so, wie es ist: Und dann brilliert der den ewigen Verlierer spielende Sebastian Schröder mit einem neuen Arrangement zu dem Goethe Text „Es war ein König in Thule“ und schafft einen der Programm-Höhepunkte. Dass die fantastischen Vier auch Comedy können und in ihren eigenen Songs Abgründiges und Alltägliches mit ganz Schrägem verbinden wie in „German Angst“ und „Schwarz oder Weiß“, lässt die vier Boys, jeder von ihnen auch ein Hingucker, rasch zu Publikumslieblingen werden.

Maybebop können süchtig machen, frenetischer Applaus. Maybe ist das Wort der Stunde.

Von Juliane Sattler

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