documenta-Archiv erwirbt Werke Arnold Bodes

Vier Zeichnungen erweitern Nachlass

Kunstkenner: Professor Heiner Georgsdorf, ehemaliger Vorsitzender des Kunstvereins, nahm die Werke unter die Lupe. Foto: Dietzel

Kassel. Vier ganz besondere Werke erweitern den Nachlass Arnold Bodes im documenta-Archiv. Die Zeichnungen, die der Künstler und documenta-Begründer 1941 in Frankreich angefertigt hat, sind jetzt an die Kasseler Sammlung übergeben worden. Bode hatte sie einst seinem guten Freund Hein Stünke übergeben, der sie im Stil der 60er-Jahre in einer Metallumfassung rahmen ließ und in den Privaträumen seiner Kölner Galerie „Der Spiegel“ aufhängte.

Während des Zweiten Weltkrieges war Bode nahe Orleans stationiert. An Wochenenden reiste er Erzählungen seiner Tochter E. R. Nele zufolge häufig nach Paris, der Stadt, die besonders bei Künstlern ein begehrtes Ziel war. Vier Federzeichnungen sind dort im Herbst 1941 entstanden. Sie zeigen sowohl geordnete Parkstrukturen als auch wilde Wälder. „Bäume waren Arnold Bodes Leitmotiv“, berichtet Professor Heiner Georgsdorf. Schon in den 30er-Jahren habe Bode sie immer wieder in seine Werke eingebunden, und in den 50er-Jahren habe er ähnliche Strukturen, allerdings in abstrakterer Form, gestaltet.

Werner Hillmann, mittlerweile Inhaber der Galerie „Der Spiegel“, hatte der Leiterin des documenta-Archivs, Karin Stengel, ein Angebot gemacht, das sie nicht ausschlagen wollte. Dirk Schwarze, Vorsitzender des documenta-Forums, hob die Bedeutung der Errungenschaft hervor: „Erstens ist schon ein Großteil des Nachlasses von Bode hier, zweitens ist sonst wenig aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges erhalten.“ Zudem sei der Preis von 1500 Euro für jetzige Marktbedingungen günstig gewesen. Die Kosten hat die Kasseler Sparkasse übernommen. (sdl)

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