„Die Steptokokken“ präsentierten im Dock 4 ihr „Grippenspiel“

Aus der Viren-Hitparade

Humorvolles Weihnachtsgeflöte: Die Steptokokken mit Elisa Salamanca (links) und Inken Röhrs. Foto: Schoelzchen

Kassel. Was nicht so alles passieren kann, wenn man den Buchstaben „K“ durch ein „G“ ersetzt. Aus Krippenspiel wird dann Grippenspiel und aus so manchem Weihnachtslied ein Hörspaß, der in einer „Viren-Hitparade“ ganz oben landen würde. „Alle Jahre wieder“ zum Beispiel. Bei den beiden „Steptokokken“ Inken Röhrs und Elisa Salamanca klingt der Text ein wenig anders: „Alle Jahre wieder kommt die Grippe nieder, kehrt mit ihren Viren ein in jedes Haus.“ 50 Besucher infizierten die unterhaltungsfreudigen Künstlerinnen damit am Sonntag im Dock 4.

Eigentlich wären es noch zwanzig mehr gewesen, aber die steckten mit ihrem Bus irgendwo im Schnee fest. Bedauerlich, denn was diese beiden Viren-Apostel auf die Bühne brachten, glänzte vor Witz und Fantasie. Auf den Sitzplätzen waren kleine Glöckchen deponiert. Als steppende Weihnachtsbäume, die das Publikum zum Glockenspiel-Ensemble machten, setzten die beiden einen gelungenen Auftakt.

Weitere Stimmungsmacher folgten. In Sekundenschnelle verwandelten sich die Künstlerinnen hinter einer Stellwand in immer neue Figuren. Sie mimten zwei verhinderte Musiker, die im seriösen Anzug „Schneeflöckchen“ mit Kinderinstrumenten aus Plastik in die Gehörgänge quetschten, entfachten als Rhythmus-Tanten auf leeren Keksdosen ein mitreißendes Trommelfeuer, ulkten als Krankenschwestern oder verteilten als theatralisch Verschnupfte Taschentücher und Kamille-Teebeutel.

Zwischendurch immer wieder kleine Gedichte oder Weihnachtslieder, die im Dunkeln mit einem Kerzenkranz auf dem Kopf intoniert wurden. Ein weiterer Höhepunkt: die etwas andere Weihnachtsgeschichte: „Malaria und Jokurt erwarteten Nachwuchs. Doch alle Erreger sollten sich in der Gen-Datei zählen lassen.“

Fazit: Grippe als Gute-Laune-Vitamin. Lautstarker Dank dafür.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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