Spohr Kammerorchester in Kirchditmold

Mit Vivaldi rocken

Kassel. Ein geistreiches Wortspiel hat sich das Spohr Kammerorchester Kassel für sein jüngstes Programm ausgedacht: „BaRocker Frühling“. Dass Barockmusik rocken kann, machten die Streicher vor 200 kräftig applaudierenden Besuchern in der Kirchditmolder Kirche deutlich - und zwar ohne Schlagzeug und Stromgitarre.

Das vor fünf Jahren von Katalin Hercegh (die einmal mehr starke Führungsqualitäten bewies), Wolfram Geiss und Joachim Schwarz gegründete Orchester musizierte mit Elan und rhythmischer Energie. Das überzeugte, auch wenn man den oft recht massiven Sound mit dem Originalklang der historischen Aufführungspraxis nicht vergleichen sollte.

Auf das 3. Brandenburgische Konzert folgte Bachs Violinkonzert a-Moll mit dem Solisten Rüdiger Spuck, der in diesem Kontext durch Zurückhaltung und silbrig feinen Ton umso mehr auffiel. Dass die Nachwuchsförderung zu den Grundsätzen des Orchesters zählt, zeigte Vivaldis Concerto g-Moll für zwei Celli: Mit Wolfram Geiss musizierte der aufstrebende Cellist Leonard Disselhorst. Ein dynamisches Spiel beider Solisten. Souveräne Trompetentöne bei Telemann kamen von Max Westermann, bevor man die Aria bei Händels Concerto grosso op. 6/12 ohne Romantisierung, flott und durchpulst nahm. In der Zugabe zündete ein Satz aus Vivaldis Konzert h-Moll für vier Violinen: Man kann ihn auf der neuen Vivaldi-CD nachhören.

Von Georg Pepl

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.