Das New Yorker Ensemble „Moss“ begeisterte mit sängerischen Höhenflügen

Vokale Leidenschaft

Gesang über Genre-Grenzen: Gruppe Moss mit (von links) Peter Eldridge, Theo Bleckmann, Lauren Kinhan und Kate McGarry. Foto: Malmus

Kassel. Sie marschierten auf die Bühne und versprühten einen Charme, der sofort die voll besetzten Zuschauerreihen ergriff: Die vier hochkarätigen Sänger der New Yorker Vokalgruppe „Moss“ auf ihrer ersten Europatournee. Sie traten am Dienstagabend in Kooperation mit dem Kulturzentrum Schlachthof im neuen Konzertsaal des Instituts für Musik der Universität Kassel auf.

Vier Stimmen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, vereinten sich in mehrstimmigen Vokalsätzen zu einem ebenso breiten Liederspektrum von lyrischen Jazzballaden und rockigen Folksongs im Stil von Joni Mitchel und Meredith Monk, garniert mit sphärischen Elektro-Effekten.

„Wir haben erst als Erwachsene zusammengefunden und genießen nun den Luxus, mit Muße und Zeit unsere musikalischen Erfahrungen und Ideen auszutauschen“, meinte Lauren Kinhan lächelnd und gab sogleich mit tiefer, erdiger Stimme ihren aus dem Leben gegriffenen Song „Trouble runs in the family“ zum Besten. Theo Bleckmann, Gesangsvirtuose und Jazz-Echo-Gewinner 2010, begleitete sie mal mit röhrenden Bass-, mal mit schwingenden Obertönen, die klangen, als kämen sie aus einem Didgeridoo.

Ein Großteil der dargebotenen Stücke, die mit viel Leidenschaft und herzlichen Kommentaren präsentiert wurden, waren Eigenkompositionen oder filigran arrangierte Versionen bekannter Folk-Songs wie Neil Youngs „Old Man“. Kate McGarry brachte dabei eine ganz neue Farbe ins Ensemble: federleichte Höhen, die in gegenläufigen Rhythmen zu den anderen Stimmen hervorstachen.

Grammy-Gewinner Peter Eldridge, der auch am Klavier saß, steuerte leise, romantische Töne bei. Mit einer Aura wie der von Jazzlegende Tony Bennett präsentierte er K.D. Langs „Busy being blue“. Eine besondere Kostprobe ihrer musikalischen Fähigkeiten gaben die vier Sänger in rasantem Schlagabtausch eines japanischen „Haiku“-Gedichtes. Begleitet wurden sie virtuos von Keith Ganz an der Gitarre, Kermit Driscoll am Bass und John Hollenbeck an den Drums. Am Ende gab’s johlenden Applaus.

Von Carolina Rehrmann

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.