Volle Fahrt voraus: Santiano in Kassel

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Besang die Freiheit der Seefahrer: Santiano-Kapitän Björn Both.

Kassel. Auch vier Jahre nach ihrem sagenhaften Aufstieg füllen Santiano immer noch große Hallen. In Kassel bot die Band Schlager-Mainstream der gehobenen Art.

Die Kölner haben die Höhner, die Franken die Dorfrocker und Mecklenburg-Vorpommern hat die Puhdys. Alles Bands, die sich mit handwerklich sauber gespielter Stimmungsmucke einem breiten Publikum anbieten, das eingängige Refrains liebt und sich mit großem Interesse am Merchandise-Stand durch das Sortiment kramt.

Schleswig-Holstein hat Santiano. Ein Männer-Septett, dessen Mitglieder sich in der ausverkauften Rothenbach-Halle in Kassel als routinierte Zeremonienmeister des maritimen Musikvergnügens präsentierten. Eine souverän agierende Schiffsbesatzung, bei der die Party-Kogge zwar manchmal etwas monoton im Wind lag, sich das gut eingespielte Fachpersonal aber kräftig in die Riemen legte.

Schon früh am Abend setzten sie mit „Santiano“, „Auf nach Californio“ und „Bis in alle Ewigkeit“ volle Segel und hämmerten mit großer Unterstützung ihrer Fans motiviert durch die Wellen. Pulverfass, Ankerkette sowie Kompass quetschten sich durch jede Textzeile und der Rum floss in Strömen durch die martialischen Akkordfolgen der Songs.

Mit einem kurzen Statement stellte Kapitän Björn Both klar, dass man sich auf dem Törn in die Freiheit weder von bombenden Märtyrern noch von grölenden Nazis aufhalten lassen will und schob mit „Frei wie der Wind“ gleich mal die Hymne zur Aussage hinterher.

Danach wehte mit einigen irischen Fidel-Shantys ein laueres Lüftchen. Doch Santiano haben mehr zu bieten als musikalischen Zwieback und Pökelfleisch. Mit der Sehnsuchts-Ballade „Weh mir“ ankerte man bei stiller See im Mondlicht und der Geist von Braveheart schwebte durch die Halle.

Nach vielen Seemeilen im Power-Modus und zwei Stunden Musik ging man wie aus einem Abenteuerfilm von Bord. Fazit: Schlager-Mainstream der gehobenen Art, der aber auch Sympathisanten von Rock- und Folkmusik begeistert. Großer Applaus.

Von Andreas Köthe

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