Die New York Gospel Stars wurden für ihre zumeist laute Performance in der Kreuzkirche beklatscht

Volle Kraft auf die Stimmbänder

Sie gingen es vor allem laut an: Die New York Gospel Stars beim Auftritt in der Kreuzkirche. Foto: Fischer

Kassel. Wenn das Jahr vorüber ist, kommen alljährlich renommierte Gospelformationen in die Stadt und machen Mut fürs neue. Am Sonntag in der Kreuzkirche: die New York Gospel Stars. Sieben Sänger und eine kleine Begleitband schickten die gute Botschaft in das komplett gefüllte Kirchenschiff. Dass diese Formation nicht aus Amateuren besteht, macht schon ihr Tourneeplan deutlich: gut 60 Konzerte von Januar bis März.

Gospelschmettern scheint für diese Künstler ein Lebenselixier. Nicht selten aber – besonders vor der Pause – war der Stimmklang für sensible Ohren nicht nur angenehm. Es ist nichts dagegen zu sagen, mal die Stimme auszufahren, zu zeigen, was man kann und auch mal in extremen Höhen und mit Schmackes zu singen. Aber dauerhaft am Rande des Kehlkopfkrampfes losdreschen? Wer gekommen war, um bekannte Gospels in entspannender Interpretation zu genießen, dürfte ein wenig enttäuscht gewesen sein.

Die meisten jedoch feierten die amerikanischen Gospel-Künstler, von denen besonders die Sängerinnen wahre Kraftpakete waren, überschwänglich und nicht selten im Stehen. Es gab lautstarken Applaus nach jedem Stück, man sprang auf, klatschte mit. Das Publikum war aus dem Häuschen.

Aus der Schatzkiste berühmter Gospels kamen allerdings wenige Stücke - „Oh Happy Day“ und „This Little Light Of Mine“ waren dabei, deren Wiedererkennungswert blieb begrenzt. Störte aber ebenfalls kaum. Nach der Pause demonstrierten die Sänger dann, dass sie nicht nur Forte können, sondern auch Gefühl: Es gab eine Verneigung vor Whitney Houston mit „I Will Always Love You“, wunderschön gesungen von Matia Washington, mit „Amazing Grace“, gefühlvoll interpretiert von Craig Wiggings, dem musikalischen Leiter der Formation, und mit der R.-Kelly-Hymne „I Believe I Can Fly” – als Kollektiv gesungen. Siehe da: Es geht auch sanft und dafür gab‘s den absolut lautesten Applaus.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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