Volle Kraft voraus: Nicole Jukic mit Band im Theaterstübchen

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Poetische Texte und balladeske Arrangements: Musikerin Nicole Jukic im Theaterstübchen.

Kassel. Für Sängerin Nicole Jukic war 2010 ein gutes Jahr. Kulturpreis gewonnen, Examen bestanden, mehrere musikalische Projekte erfolgreich gestaltet, Studiotermine mit ihrer eigenen Band gebucht. So kann es weitergehen. Und auch bei der Erschließung ihrer kreativen Bodenschätze gibt sie richtig Gas.

Den Status quo ihrer künstlerischen Entwicklung präsentierte sie jetzt bei einem Auftritt im prall gefülltem Theaterstübchen. Und Jukic begann das Konzert so, wie alle ihre Songs entstehen. Am Piano sitzend, Gefühle und Gedanken mit feiner Harmonik und prägnanten Melodien synchronisierend. Dabei lässt die Tochter kroatischer Eltern südosteuropäische Leidenschaft und Tonklarheit durch ein sauber intoniertes Labyrinth aus Pop, Soul und R’n’B fließen.

Irgendwo zwischen Katie Melua und Alicia Keys geht sie vor Anker, legt sich auf eine grüne Wiese und sinniert über Gott und die Welt. Es zieht sie hin zur Melancholie, ihre poetischen Texte pflanzt sie in balladeske Arrangements, der Hang zur Unbeschwertheit hält sich bei ihr in Grenzen.

Das wirkt authentisch, und wenn ihr Quartett diese Stimmungen adäquat übersetzen würde, wäre das eine runde Sache. Doch leider steckte da an diesem Abend die Krux. Zu vorsichtig und unsicher agierten ihre Mitmusiker. Bis auf Jens Grossman an den Keyboards und der Trompete lieferte niemand interessantes Hörfutter.

Dem Drumming von Lars Kraume fehlte es an Vielschichtigkeit. Gitarrist Christian Christel und Bassist Christof Dubel kümmerten sich zu bescheiden nur um die Karosserie der Songs. Da fehlten die Farben und das Charisma.

Doch die Möglichkeiten sind da, das Motto kann nur heißen: Volle Kraft voraus. Für die Mischung aus Können und Wollen gab es reichlich Applaus.

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