Volle Pulle bei jedem Stück: Soulsänger Lee Fields im Kulturzelt

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Cool und geschmeidig: Lee Fields im Kulturzelt. 

Kassel. Der gute alte Soul, wie er Ende der 60er- bis Ende der 70er-Jahre in den Discos zum Balztanz animierte, erlebt derzeit eine Renaissance. Zumindest wenn er von Sängern wie Lee Fields aus der Seele geschmachtet und aus den Stimmbändern gefeuert wird.

Zusammen mit der Band The Expressions trat der in North Carolina geborene Afroamerikaner am Freitag im gut gefüllten Kulturzelt auf.

Lee Fields ist eine Ausnahmeerscheinung. Seit über 40 Jahren macht er Soulmusik. Doch gerade in der Hochzeit des Soul waren seine Platten kommerzielle Flops. Mehr als drei Jahrzehnte später ist er nun mit CDs wie „My World“ oder „Faithful Man“ auf dem Weg zum gefeierten Star.

Explosiv

Ein Image, das er gut ausfüllt. Dunkles Jackett, dunkle Sonnenbrille – cool und geschmeidig tänzelt er auf die Bühne. „You want party?“, brüllt er ins Publikum und legt so animalisch und explosiv los, wie man es von einem 62-Jährigen nicht erwartet.

Das aktuelle Album „Faithful Man“ steht im Fokus. Auch Schmusesoul ist dabei - „Still Hanging On“. Die Sonnenbrille setzt er ab. Bei Zeilen wie „I look into your eyes“ auch angebracht. Fields’ Stimme ist explosiv, dreckig, gewaltig, kann aber auch streicheln.

Das Publikum ist rasch in bester Stimmung. Seine Band, obwohl Jahrzehnte jünger als Fields, begleitet energetisch: einpeitschende Sätze von Saxofon (Michael Buckley) und Trompete (Jason Colby), groovende Bass-Rhythmen (Jacob Silver), treibende Gitarre (Vincente D’Annunzio), kräftiges Schlagzeug (Evan Pazner). Ein Keyboard (Toby Pazner), das gern auf Hammondorgel geschaltet wird und so den Nostalgiewert noch steigert. Fields gibt sich als Partytiger und Entertainer. Beständig schreitet er die Bühne ab, bewahrt Blickkontakt und flirtet bei einem Stück „for all ladies in the world“, mit den Damen aus den ersten Reihen. Hände will er dabei sehen. Die Arme schießen in die Höhe.

Das Publikum ist begeistert, Fields wie in Trance. Seine Lieder – er brüllt, tanzt, feuert, erleidet sie. Volle Pulle bei jedem Stück, der Schweiß läuft in Strömen. Längst ist aus dem Kulturzelt eine Disco geworden. Das Publikum tanzt, schwitzt und jubelt. Zwei Zugaben.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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