Das Kasseler Musikakademie-Orchester begleitet Tausende Sänger beim Chorfest 2012 - Ein Probenbesuch

Volles Programm für Frankfurt

In vollem Einsatz: Die Musiker vom Kasseler Akademie-Orchester bereiten sich auf ihren Frankfurter Auftritt vor. Foto:  Werthschulte

Kassel. Wenn die Veranstalter recht behalten, macht das Deutsche Chorfest in diesem Jahr aus Frankfurt etwa das, was die documenta aus Kassel macht: Es verändert das Gesicht der ganzen Stadt. In nur vier Tagen gibt es 600 Konzerte, rund 20 000 Sänger reisen an, 500 Chöre werden erwartet. Und mittendrin, am heutigen Samstagabend in der Jahrhunderthalle: das Orchester der Musikakademie Kassel, zusammen mit Tausenden Chorsängern beim Jubiläumskonzert des Chorverbands.

„Für uns ist das Konzert eine außerordentliche Chance“, meinte der Dozent Werner Kirschbaum vor der letzten Probe in der Akademie. Darum schwor er die etwa 40 jungen Musiker, die aus Platzgründen im Zuschauerraum spielten, lieber einmal mehr auf Disziplin ein: „Seid pünktlich! Der Bus nach Frankfurt fährt um exakt halb zehn ab!“

Seit Ende der Osterferien hat Kirschbaum mit dem Orchester geprobt. Unüblich ist nicht nur die Gelegenheit des Konzerts. Auch das Programm weicht von sonstigen Aufführungen etwa in der Karlskirche ab: Chormusik aus vier Jahrhunderten, von Händel über Schumann bis zu Nina Hagen.

Eigens arrangiert und aufs Programm gesetzt hat die Stücke André Schmidt, mehrfacher Chorleiter und Professor an der Musikhochschule Weimar. Er dirigiert auch die letzten Proben und schließlich das Konzert.

Das Orchester der Musikakademie hatte Schmidt bereits vor zwei Jahren kennengelernt. Nun zeigte er sich erneut begeistert von den Studierenden: „An der Hochschule stoße ich sonst gerade bei Pop- und Rockmusik auf größere Vorbehalte. Hier aber sind alle stilistisch sehr aufgeschlossen.“

Bei der letzten Probe in Kassel gab es noch ein paar kleinere Probleme mit fehlenden Noten, holprigen Einsätzen und der Balance zwischen Blechbläsern, Streichern und den Musikern der ebenfalls mitspielenden Rockband. Schmidt dirigierte jedoch immer mit einem Lächeln und ließ auch mal fünf gerade sein. Und schließlich klappte es.

Mit am meisten Spaß machte das Arrangement von „Du hast den Farbfilm vergessen“, aber auch der ruhigere „König von Thule“: „Dabei werde ich nicht Sie dirigieren, sondern die 3000 Leute, die im Saal mitsingen. Es wird spannend“, freute sich der Dirigent.

Schmidt und Kirschbaum sind nicht nur sicher, dass das Konzert ein Erfolg und für die Studierenden eine Erfahrung wird. Die Zusammenarbeit wollen sie über das Chorfest hinaus fortsetzen. „Es geht darum, Musik zu machen. Und mit Synergieeffekten zwischen Chor und Orchester geht das am besten.“

Von Felix Werthschulte

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