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Vokalensemble Total Vokal gibt Konzert in der Erlöserkirche

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Singen ohne Verstärkung: Rosi Vey (von links) und Stephanie Homburg (Sopran), Anke Leicht und Kathrin Janke (Alt).
Singen ohne Verstärkung: Rosi Vey (von links) und Stephanie Homburg (Sopran), Anke Leicht und Kathrin Janke (Alt). © Dieter Schachtschneider

Das (Nach-)Weihnachtskonzert von Total Vokal in der Erlöserkirche

Kassel – Noch immer sind Konzertplanungen in unserer infektiösen Zeit ein Wagnis, zumal im Gesangsbereich, in dem niemand ausfallen darf. So auch beim Weihnachtskonzert des weiblichen A-cappella-Quintetts Total Vokal. Der erste Termin in Ahnatal musste ganz ausfallen, der zweite Versuch am Dienstagabend in der Erlöserkirche fand statt, wenn auch nur zu viert und mit einer kurzfristig eingesprungenen neuen Pianistin. Julia Reingardt begleitete statt Manuel Gehrke.

Fast schon zwanzig Jahre sind die fünf Sängerinnen des Ensembles zusammen, die aus dem Jugendchor der Musikschule Vellmar stammen. Das allein ist schon eine Besonderheit und die Besetzung mit fünf Frauen auch eher eine Seltenheit.

Die abendliche Stunde war mit vierzehn Nummern gefüllt, mit überwiegend englischen und amerikanischen Liedern, aber auch mit Bachs „Ich steh an deiner Krippen hier“, „Was soll das bedeuten“ in einem Arrangement der Gruppe Maybebop und einer angejazzten Version von „Maria durch ein Dornwald ging“. Rosi Vey, Stephanie Homburg, Sybille Pape und Kathrin Janke (es fehlte Anke Leicht) singen ohne Verstärkung. In einer großen Kirche verliert sich der Klang allerdings nach hinten schnell und sängerische Feinheiten oder die Moderation werden schwer hörbar. Zudem droht das Klavier, die Sängerinnen zu übertönen.

Nach einer kleinen intonatorischen Findungsphase sang das Quartett sein farben- und abwechslungsreiches Programm durchweg professionell. Höhepunkte waren „Tundra“ des Norwegers Ola Gjeilo mit seinen betörenden Harmonien und den himmelswärts strebenden Linien, auch das sehr dicht gesungene „Mary Did You Know“ und, ganz anders, der „Weihnachts-Rock ’n’ Roll“ von Michael Gemkow.

Die Kirche war mit mehr als zweihundert Zuhörern gut gefüllt, der Applaus fiel üppig aus, und man musste die Sängerinnen nicht lange um zwei Zugaben bitten.

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