"Von Wegen Lisbeth" spielte im Kulturzelt: Nur Gitarre wäre langweilig

+
Die Bühne glich einem Urwald: Im Kulturzelt spielte die Berliner Band Von Wegen Lisbeth um Sänger Matthias Rohde auch ein neues Lied.

Kassel. Sie haben noch nicht viele eigene Lieder, die sie spielen können: Bislang hat die Berliner Band Von Wegen Lisbeth ein Album veröffentlicht, „Grande“ im Jahr 2016. 

Im Kulturzelt hatte die fünfköpfige Gruppe am Dienstag „viel Zeit“ für ihr Konzert, wie Sänger Matthias Rohde feststellte: „Wir spielen also praktisch alles, was wir haben.“

Ihre Musik wird in den Medien oft als Indie-Pop beschrieben, wobei die poppigen Teile überwiegen. Von Wegen Lisbeth macht Gute-Laune-Musik, die zum Sommer passt. Die Band verzichtet auf harte Gitarrenriffs, stattdessen finden sich Xylophon und Triangel-Klänge in ihren Liedern wieder. Auf Deutsch singt Matthias Rohde von seinen Beobachtungen im Alltag. Politisch und ernst können sie aber auch, den Song „Der Untergang des Abendlandes“ widmete die Gruppe im Kulturzelt Horst Seehofer. In „Sushi“ sang Rohde über das ständige Mitteilungsbedürfnis in den sozialen Netzwerken und Fotos von Essen, die man eigentlich nicht sehen will. Dabei lobte er, dass im Kulturzelt kaum mit Handys gefilmt wurde. Stattdessen tanzte das Publikum das gesamte Konzert durch, trotz Hitze. Laut Rohde war es das „heißeste Konzert, das wir je gespielt haben“.

Das bedeutet bei Von Wegen Lisbeth aber nicht, dass alle Mitglieder mit jeweils einem Instrument feste Plätze auf der Bühne einnehmen. Umgeben von sich drehenden Topfpflanzen, Palmen, Rasen und einem Flamingo rannte vor allem Gitarrist Doz Zschäbitz oft in dem Plastikwald hin und her, um andere Musiker an ihren Instrumenten zu unterstützen.

Die Berliner experimentieren gerne, nur Gewöhnliches wie Gitarre und Bass zu spielen wäre ihnen wohl zu langweilig. Und so kamen auch Spielzeuginstrumente für Kinder, eine Steel Drum und allen voran ein japanisches Omnichord – eine Art elektronische Harfe – zum Einsatz.

Nach 90 Minuten hatte Von Wegen Lisbeth ihr Kontingent an Liedern fast ausgeschöpft. Bald könnte es jedoch längere Konzerte geben, denn die Band spielte ein neues Lied, was auf ein nächstes Album hinweist. Für Fans ist das eine gute Nachricht, das Publikum im Kulturzelt hat den lauten „Zugabe“- Rufen und dem Applaus zufolge noch viel mehr hören wollen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.