Adventskonzert in der Martinskirche mit Musik von Bach, Trojahn und Pärt

Vorfreude und Erfüllung

Eckhard Manz Foto: privat/nh 

Kassel. Ankündigung und Erfüllung - in dieser Spannung stehen Adventszeit und das Weihnachtsfest. Beim großen Adventskonzert der Martinskantorei unter der Leitung von Eckhard Manz am Sonntag in der Martinskirche kommt diese Spannung musikalisch zum Tragen.

Im Zentrum des Konzerts stehen drei Magnificat-Kompositionen, die von den Kantaten IV und VI des Bach’schen Weihnachtsoratoriums eingerahmt werden (die Teile I-III hat die Kantorei der Kreuzkirche hier kürzlich aufgeführt).

Das Magnificat („Meine Seele erhebet den Herrn“), der Lobgesang Marias angesichts der Verkündigung der Geburt Jesu, hat Komponisten zu allen Zeiten animiert. Hier werden Vertonungen von Johann Sebastian Bach, Manfred Trojahn (62) und Arvo Pärt (76) einander gegenübergestellt.

Bekannt ist Bachs freudig-konzertantes Magnificat BWV 243 mit festlichen Chören samt Trompetenglanz. Im Magnificat von Trojahn für zwei Koloratursoprane und Kammerorchester wird der Jubel Marias aufs Äußerste getrieben, sagt Kantor Eckhard Manz, der vom „tollsten Stück des Abends“ spricht. Das 2009 uraufgeführte Werk ist mit der Aufteilung in zwei Stimmen „ein inneres Gespräch Marias mit sich selbst“. In der Martinskirche erlebt es seine zweite Aufführung.

Von ganz anderem Charakter ist das Magnificat des estnischen Komponisten Arvo Pärt (76). Das A-cappella-Stück ist nach innen gekehrt, „eine Reflexion über die Vorfreude, einen Zustand, der noch nicht eingetreten ist“ (Manz). Pärts meisterlicher Chorsatz verzichtet dennoch nicht auf dynamische Extreme.

Es musizieren die Kantorei und das Orchester St. Martin sowie als Solisten Susanna Pütters und Romy Petrick (Sopran), Mechthild Seitz (Alt) Kai-Ingo Rudolph (Tenor) und Daniel Blumenschein (Bass).

An Silvester „Marienvesper“

Das Marienthema setzt sich an Silvester fort mit der Aufführung der 1610 entstandenen „Marienvesper“ von Claudio Monteverdi, einem großartigen oratorischen Werk, das Manz „meine ganz große Liebe“ nennt. Es singt das Vocalensemble Kassel, begleitet von einem Barockensemble. Solisten sind Heike Heilmann und Veronika Winter (Sopran), Andreas Post und Achim Kleinlein (Tenor) sowie Gregor Finke und Jens Hamann (Bass).

Das mehrchörige Werk wird von allen Emporen musiziert und soll die Martinskirche in einen einzigartigen Klangraum verwandeln. • Adventskonzert: Sonntag, 18.12., 20 Uhr, Martinskirche. • Silvesterkonzert: Samstag, 31.12., 19 Uhr, Martinskirche.

Von Werner Fritsch

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.