Die Höhepunkte 2018

Vorschau auf das Museumsjahr: Kohle, Fleisch und Malerfürsten

Klaus Staeck

Kassel. Welche Ausstellungshöhepunkte stehen 2018 an, was planen Kunsthallen und Museen? Wir geben eine Übersicht – ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Berlin

Die 3600 Jahre alte Himmelsscheibe von Nebra wird erstmals seit zehn Jahren auf Reisen gehen und vom 21.9. an in der großen Ausstellung „Bewegte Zeiten – Archäologie in Deutschland“ im Martin-Gropius-Bau zu sehen sein.

„Fleisch“ heißt kurz und bündig eine Schau von Mai bis Juli im Alten Museum auf der Museumsinsel, für die alle zwölf Sammlungen der Staatlichen Museen Objekte zur Verfügung stellen. Caspar David Friedrichs Gemälde „Wanderer über dem Nebelmeer“ bildet den Ausgangspunkt für „Wanderlust“ in der Alten Nationalgalerie (10.5.-16.9.), die dem Wandern als Motiv in der Malerei des 19. Jahrhunderts nachspürt.

An verschiedenen Orten wird vom 9.6. bis 9.9. die 10. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst stattfinden. Kuratorin Gabi Ngcobo will sie „durch kollektive Träume und Aktionen“ entwerfen und „unablässigen Ängsten die Stirn bieten, die durch das Missverstehen vielschichtiger Subjektivität festgeschrieben werden“.

Potsdam

Das populäre neue Museum Barberini, ein Geschenk des Mäzens Hasso Plattner, will ab 24.2. mit der Max-Beckmann-Schau „Welttheater“ und Ende Juni mit einer Gerhard-Richter-Ausstellung Besucher locken.

Schwerin

Unter dem Titel „Hinter dem Horizont...“ gibt das Staatliche Museum vom 6.7. bis 7.10. Einblick in seine DDR-Sammlung. Der Schwerpunkt soll auf dem Schaffen jenseits der verordneten Staatskunst liegen.

Hamburg

Die Kunsthalle präsentiert vom 2.3. bis 27.5. eine Auswahl der bedeutendsten Gemälde von Thomas Gainsborough. Das Museum für Kunst und Gewerbe plant die große Sonderschau „1968. Politik, Protest und Phantasie“. Der ehemalige documenta-Leiter Roger M. Buergel bringt als Gastkurator das Forschungsprojekt „Mobile Welten“ mit einer Ausstellung zum Abschluss (13.4.-14.10.).

Münster

400 Jahre Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges, 100 Jahre Ende des Ersten Weltkriegs – Anlässe der Schau „Frieden. Von der Antike bis heute“ vom 28.4. bis 2.9. in vier Museen, darunter dem Picasso- und dem LWL-Museum, die sich mit dem Streben nach Frieden und den Friedensbildern vergangener Epochen befassen.

Frankfurt

Für 110 Mio. Dollar ist 2017 ein Werk von Jean-Michel Basquiat versteigert worden – zweitteuerstes Gemälde des Jahres. Die erste große Übersichtsausstellung des US-Künstlers in Deutschland, „Basquiat. Boom for Real“ in der Schirn Kunsthalle (16.2.-27.5.), dürfte ein Ereignis werden. 1982 nahm er mit 21 an der documenta teil, mit 28 starb er an einer Überdosis Rauschgift. Zudem in der Schirn: „Power to the People. Politische Kunst jetzt“ (21.3.-27.5.) Auch das Städel lockt mit einer attraktiven Schau: „Rubens. Die Kraft der Verwandlung“ (8.2.-21.5.).

Jean-Michel Basquiats Bild „Dos Cabezas“ (1982) aus einer Privatsammlung, ab 16. Februar in der Schirn Kunsthalle zu sehen.

Remagen

Immer ein lohnendes Ziel ist das Arp Museum Rolandseck mit dem tollen Richard-Meier-Neubau. Das Motto 2018 heißt „Farbenrausch“ mit Ausstellungen zu Gotthard Graubner (ab 18.2.) und zum „Japanfieber. Von Monet bis Manga“ in der Kultur des Westens (ab 26.8.).

Bonn

Ein vielseitiges Programm stellt die Bundeskunsthalle in Aussicht – von der Retrospektive der documenta-Künstlerin Marina Abramovic (20.4.-12.8.) über archäologische Entdeckungen aus Peru („Nasca – Im Zeichen der Götter“, ab 10.4.) bis zu „Malerfürsten“ (ab 28.9.).

Köln

Das Museum Ludwig stellt ab 18.4. Haegue Yang, documenta-Teilnehmerin 2012, vor.

Wuppertal

Das Von der Heydt-Museum besitzt ein großes Konvolut der nur 31 Jahre alt gewordenen Malerin Paula Modersohn-Becker. Ab 9.9. widmet es der frühen Vertreterin des Expressionismus eine Ausstellung.

In Wuppertal: "Kopf eines kleinen Mädchens mit Strohhut" (um 1905) von Paula Modersohn-Becker.

Düsseldorf

Die traditionsreiche Kunstmetropole am Rhein hat unter anderem im Museum Kunstpalast die Themenausstellung „Black & White. Von Dürer bis Eliasson“ in Kooperation mit der National Gallery London (22.3. bis 15.7.) im Angebot.

Essen

Klaus Staeck

Plakatkünstler Klaus Staeck (79) hat das visuelle Gedächtnis der Bundesrepublik geprägt. Das Museum Folkwang widmet dem mehrfachen documenta-Künstler eine Werkschau (9.2. bis 8.4.). Im neuen Format „Meisterwerke zu Gast in der Sammlung“ wird ab 16.2. Edvard Munchs Gemälde „Die Mädchen auf der Brücke“ aus Oslo ausgeliehen. Ende 2018 schließt die letzte Steinkohlezeche Deutschlands. Das ist Anlass für „Das Zeitalter der Kohle. Eine europäische Geschichte“ ab 27.4. im Welterbe Zollverein.

Zu Gast im Museum Folkwang in Essen: Edvard Munchs „Mädchen auf dem Pier“.

Mannheim

Spektakulär will ab 1. Juni die neue Kunsthalle auftrumpfen, die gerade offiziell eingeweiht, aber für die Inneneinrichtung auch gleich wieder geschlossen wurde. Los geht es mit einem kanadischen documenta-Künstler, dem Fotografen Jeff Wall, und mit der Schau „Die Konstruktion der Welt: Kunst und Ökonomie“ mit Werken aus den USA und der früheren Sowjetunion.

Baden-Baden

James Turrell widmet sein gesamtes Schaffen dem Licht als künstlerisches Medium. Ab 9.6. wird er das Museum Frieder Burda mit Licht fluten.

Stuttgart

„Variation und Vollendung“ nennt die Staatsgalerie ihre Ausstellung zum Bildhauer Wilhelm Lehmbruck (21.9.-17.2.).

München

Die Pinakothek der Moderne kombiniert ihren hochkarätigen Paul-Klee-Bestand mit 125 Leihgaben. Die Schau konzentriert sich ab 1.3. auf die existenzielle Erfahrung des Ersten Weltkriegs, die eine rauschhafte Produktivität auslöste. Die Alte Pinakothek stellt ab 18.10. „Florenz und seine Maler“ vor – von Giotto bis Leonardo da Vinci.

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