Das Wacken des Jazz: Pianist Edgar Knecht in Rumänien

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Spielte mit internationalen Stars auf dem G˘arâna Jazz Festival: Pianist Edgar Knecht (48, hier beim Auftritt im Kasseler Kulturzelt im vorigen Jahr).

Kassel. Schon auf dem Weg nach G˘arâna wusste Edgar Knecht, dass dies eine besondere Konzertreise werden würde. Um 15 Uhr war der Kasseler Pianist in Düsseldorf mit den Musikern seines Quartetts in ein Flugzeug gestiegen und irgendwann im rumänischen Temeswar gelandet.

Danach stiegen sie mit dem norwegischen Trompeter Nils Petter Molvær in einen Bus und fuhren über kleine, kurvige Bergstraßen mit vielen Schlaglöchern. Immer höher ging es hinauf ins Semenic-Gebirge, bis die Reisegruppe um vier Uhr morgens im Hotel eintraf.

Nicht nur wegen der langen Fahrt war der Auftritt beim G˘arâna Jazz Festival vielleicht der bisherige Höhepunkt in der Karriere von Edgar Knecht. Der 48-Jährige hat schon auf Kuba gespielt und für seine modernisierten deutschen Volkslieder im vorigen Jahr den Weltmusikpreis Creole in Hessen gewonnen. Beim Open Air in G˘arâna trat er mit seinen Kollegen Rolf Denecke (Bass), Stephan Emig (Schlagzeug) und Tobias Schulte (Percussion) vor 3000 Menschen auf.

„Es war grandios“, sagt Knecht, der in Rumänien auf einer Bühne mit Jazz-Größen wie John Scofield und Tord Gustavsen stand – und das in einem 70-Einwohner-Ort mit lauter Schafherden ringsherum. „G˘arâna ist das Wacken des Jazz“, urteilt Knecht. Einmal im Jahr fallen Metal-Fans aus der ganzen Welt in den kleinen Ort in Schleswig-Holstein ein. So ähnlich ist es seit 16 Jahren auch in G˘arâna.

Am vergangenen Wochenende ist Knecht, der in Kassel eine Klavierschule betreibt, in eine andere Idylle gereist. In einem ehemaligen Bauernhof am Rand von Osnabrück hat er mit seinem Quartett die neue CD aufgenommen, die Anfang nächsten Jahres erscheinen soll.

Wie auf dem Vorgängeralbum „Good Morning Lilofee“, das es sogar in die deutschen Jazz-Charts schaffte, mischt Knecht erneut Volkslieder mit Weltmusik und lateinamerikanischen Rhythmen: „Mit dem Thema bin ich noch nicht durch.“ Die Nachfrage ist groß. In G˘arâna waren sämtliche CDs bereits wenige Minuten nach seinem Auftritt ausverkauft.

Von Matthias Lohr

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