„Romeo und Julia auf der Waldbühne Niederelsungen - Premiere am 22. Juni

Eine Stadt in Aufruhr: Die Laien-Darsteller der Niederelsunger Waldbühne während den Proben zu William Shakespeares „Romeo und Julia“. Die verfeindeten Familien Montague und Capulet liefern sich auf den Straßen von Verona ein Handgemenge. Fotos: Göbel

Ein riesiger Menschenauflauf - Beleidigungen, Handgemenge, fliegende Fäuste, blutige Fechtkämpfe: Wenn die Laien-Darsteller der Waldbühne Niederelsungen für ihre Inszenierung von Shakespeares „Romeo und Julia" proben, wirbeln Staubwolken durch die Luft.

„Ok, die nächste Szene. Alle Darsteller zurück auf ihre Plätze“, gibt Regisseur Arnd Röhl am Mikrofon von der Zuschauer-Tribüne klare Ansagen. Die Bühne leert sich, die Darsteller verschwinden in den Ecken der Bühnenkulisse. Eine römische Kirche und zwei alte Häuser, extra für die Aufführung aufgebaut, stellen die Stadt Verona, Ende des 16. Jahrhunderts, dar. „Heute werden nur die Volks-Szenen geprobt“, erklärt Werner Schmidt, zuständig für Marketing bei der Waldbühne, der das Treiben seiner Kollegen von der Tribüne aus verfolgt.

Liebe auf den ersten Blick

In einigen Szenen stehen mehr als 100 Personen auf der Bühne. Wenn die verfeindeten Familien Montague und Capulet aufeinander treffen, wird es laut. Als sich Romeo heimlich auf ein Fest der Capulets schleicht, begegnet er Julia, der schönen Tochter des Hauses. Für beide ist es Liebe auf den ersten Blick, doch ihre Beziehung müssen Romeo und Julia verborgen halten. Alle Mühen, ihre Familien von ihrer Liebe zu überzeugen, scheinen vergebens. Der Streit eskaliert, Romeo wird aus der Stadt verbannt und Julia soll mit Graf Paris zwangsverheiratet werden. Doch die Liebe der Beiden ist stark - so stark, dass sie am Ende füreinander sterben.

Mit William Shakespeares Tragödie „Romeo und Julia“ hat die Waldbühne Niederelsungen in dieser Saison wieder einen Klassiker der Weltliteratur auf dem Programm. Wie schon 2011 bei der Aufführung von „Ben Hur“, zeichnet Arndt Röhl für die Regie verantwortlich. Fassaden wurden gestrichen, Kulissen fertiggestellt, Tische und Stühle gebaut. 42 Schauspieler werden während der fast dreistündigen Aufführungen zu Wort kommen.

Doppelbesetzung für die Hauptrollen

Unter den Darstellern auf der Waldbühne sind auffallend viele junge Menschen. Mit Nachwuchsproblemen hat die Laien-Truppe nicht zu kämpfen - im Gegenteil. Einige Familien spielen bereits in der dritten Generationa auf der Waldbühne Theater.

Die Hauptrollen in „Romeo und Julia“ werden in Doppelbesetzungen gespielt. Als Julia kommen Julia Schomberg und Svenja Schmidt auf die Waldbühne. Beide sind seit 1995 Darstellerinnen auf der Waldbühne. Den Romeo spielen die Cousins Philipp Henkelmann und Marius Werner. Henkelmann gab sein Waldbühnen-Debüt 1993 als Darsteller beim „Zigeunerbaron“. Werner ist seit 1997 Teil der Laien-Truppe.

Theatertradition

Seit 1949 spielen die Niederelsunger auf ihrer Freilichtbühne Theater. Das gemeinsame Theaterspielen sollte die Dorfbewohner nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges vereinen. Das erste Stück wurde 1950 aufgeführt: Friedrich Schillers „Wilhelm Tell“. In nur zehn Tagen schaffte es der Kasseler Lehrer Axel Herwig, eine aufführungsreife Inszenierung auf die Beine zu stellen.

Von Daniel Göbel

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