Ein Veranstaltungsort mit Charme: Schildehalle soll neue Attraktion für Bad Hersfeld werden

Wandel von Fabrik zu Bühne

Industriecharakter mit Kreativ-Flair: Die Schildehalle in Bad Hersfeld. Foto:  de Filippo

Bad Hersfeld. Zwischen Baustellen und Industrieruinen steht ein echtes Juwel: Die 1912 erbaute Schildehalle in Bad Hersfeld, ein Backsteingebäude, in dem einst Gipskartonplatten getestet und Industrieventilatoren hergestellt wurden.

Im riesigen Innenraum, der dank Oberlichtern sehr hell ist, dominieren zurzeit noch rostige Pfeiler und bröckeliger Putz. Doch bis 2014 soll aus der Halle ein Kulturzentrum werden. Ein Ort für Theater, Kleinkunst und Ausstellungen. Die ersten Veranstaltungen gab es bereits in dem alten Industriegebäude, wenn auch nur provisorisch. Drei Künstler präsentieren dort zurzeit ihre Werke, auf der Galerie gibt es eine weitere Schau des Bad Hersfelder Kunstvereins. Auch als Theaterbühne dient die Schildehalle. „Kein Schiff wird kommen“ heißt das erste Stück, das am ungewöhnlichen Veranstaltungsort aufgeführt wird und das Teil der Hersfelder Festspiele ist.

Für Regisseurin Andrea Thiesen ist der Spielort eine interessante Herausforderung. „Man muss improvisieren“, sagt sie. Den Fabrikcharakter in das Stück mit einzubeziehen, finde sie jedoch spannend.

Umfassende Sanierung

„Die Atmosphäre dieses Ortes ist etwas ganz Besonderes“, sagt auch Bad Hersfelds Bürgermeister Hartmut Boehmer. Deshalb habe man sich entschieden, die denkmalgeschützte Schildehalle künftig als Veranstaltungsgebäude zu nutzen. Vorbilder gibt es einige. Zum Beispiel die Gebläsehalle in Duisburg und die Zeche Zollverein in Essen.

Ab September soll die Fabrikhalle saniert werden. In einem ersten, 2,5 Millionen Euro teuren Bauabschnitt sollen marodes Mauerwerk erneuert und 235 Fensterscheiben ausgetauscht werden. „Es ist uns wichtig, den Charakter des Gebäudes zu erhalten“, sagt Boehmer. Bis 2014 soll sich die Schildehalle in einen Veranstaltungsort mit Platz für 500 Menschen verwandeln. Geplant ist der Einbau einer Tribüne, einer Fußbodenheizung, von Toiletten und einer Garderobe. Eben alles, was ein fester Spielort der Hersfelder Festspiele braucht. Denn das soll die Schildehalle werden. Auch der Bad Hersfelder Kunstverein bekommt einen festen Platz im Gebäude. Die obere Galerie kann als Ausstellungsfläche und Atelier genutzt werden.

Info für Besucher: Die Schildehalle befindet sich an der Benno-Schilde-Straße, nicht weit vom City-Parkhaus entfernt. Karten für die Bad Hersfelder Festspiele: 06621-201360. Bis 8. August sind Arbeiten von Jana Troschke, TO Helbig und Julia Antonia in der Schildehalle zu sehen.

Von Pamela De Filippo

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