Pro 7, 20.15 Uhr

Warum „Germany’s next Topmodel“ langweilig geworden ist

Das Lächeln sitzt, doch die Spannung ist verflogen: von links Amelie, Aleksandra, Jana und Florence. Fotos: pro7/dapd

Die sechste Staffel von „Germany’s next Topmodel“ legte den bisher schwächsten Start hin. Erst die fünfte Folge konnte mit 2,25 Millionen Zuschauern in der Gruppe der 14- bis 49-Jährigen den Negativtrend bremsen. Wir nennen fünf Gründe für das abfallende Interesse an Heidi Klums Show.

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Nicht genug, dass die Teilnehmerinnen nach Staffel-Ende in jedem zweiten Pro-7-Werbespot für Nassrasierer und Kaufhäuser auftreten, statt internationale Laufstege zu erobern. Jetzt müssen sie sich auch noch während der Sendung für die Produktplatzierungen begeistern. So hüpften die Damen in der Modelvilla minutenlang umher und hielten Geschenkkoffer in die Kamera („So eine Uhr wollte ich immer schon haben. Jetzt bekomme ich gleich zehn davon geschenkt!“). Dagegen wirken selbst Dauerwerbesender anspruchsvoll.

Heidi Klum

Heidi Klum

Das Ansehen von Heidi Klum hat jüngst einen dicken Sprung erlitten: In Amerika moderiert sie eine Show, in der Kleinkinder veräppelt werden. Zur Erheiterung des erwachsenen Publikums brechen die Kleinen dabei vor Panik in Tränen aus. Auch ihr Mantra in der Modelshow hat sich abgenutzt: „Nur eine von euch kann Germany’s next Topmodel werden.“ Alles schon viel zu oft gehört.

Die Jury

Neue Besen kehren gut. Glaubt jedenfalls Heidi Klum, die die Männer an ihrer Jury-Seite mal wieder getauscht hat. An die Publikumslieblinge der ersten beiden Staffeln, Bruce Darnell und den markigen Peyman Amin, kommen Thomas Hayo und Thomas Rath aber nicht heran. Raths säuseliges „Schatzi“ versprüht im Vergleich zu Darnells „Drama“ so viel Glamour wie eine Modenschau für Wollpullover. Und bei Hayo erinnert lediglich das zottelige Haupthaar an den Nutzen eines Besens.

Monotonie

Seit dem Start im Jahr 2006 hat sich am Ablauf der Sendung nichts geändert: Ein Casting. Ein paar Fotos in aufreizender Kleidung. Ein Wettbewerb. Eine in die Länge gezogene Entscheidung darüber, welche Teilnehmerin geht. Es folgen die immer gleichen Bilder: Das jeweilige Mädchen kommt ohne Foto in den Warteraum, ihre Konkurrentinnen springen „Du verarschst uns“-kreischend um sie herum und fallen ihr weinend in die Arme. Öde.

Zickenkrieg

Die Lästereien der Mädchen werden von den Machern der Sendung so offensichtlich befeuert, dass selbst der Zickenkrieg vorhersehbar geworden ist: Die 19-jährige Rebecca wird vor der gesamten Gruppe mit Lob überschüttet, bekommt stets die schönsten Kleider und wird dann mit ihren ärgsten Neiderinnen in ein Team gesteckt – um ihnen als Gruppenleiterin beizubringen, wie man „sexy“ wird.

Von Sonja Broy

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