Interview: Das Pop-Duo Glasperlenspiel über seinen Aufstieg und ein leckeres Konzert in Kassel

„Was passiert, ist unglaublich“

Ein junges Paar vom Bodensee zählte zu den Pop-Aufsteigern des vergangenen Jahres: Mit dem Album „Beweg dich mit mir“ schafftes es das Electropop-Duo Glasperlenspiel bis weit oben in den Charts. Am 1. März geben Sängerin Carolin Niemczyk (21) und Daniel Grunenberg (23) ein ungewöhnliches Konzert bei den Fliegenden Köchen mit Event-Koch Christoph Brand in Waldau. Wir sprachen mit den beiden Musikern.

Während Ihres Auftritts machen die Fliegenden Köche aus Ihren Songtiteln Gerichte. Es gibt gratinierte Auster, Perlhuhn und gewoktes Wintergemüse mit Rucola. Läuft Ihnen schon das Wasser im Mund zusammen?

Carolin Niemczyk: Das hört sich gut an. Vielleicht spielen wir auch ein ganzes Konzert, zu dem es 16 Gänge gibt, und am Ende platzen alle. Wenn ich selbst unsere Songs zu Essen machen würde, gäbe es etwas, das mit ganz viel Liebe gemacht ist.

Das wird in Kassel auch der Fall sein. Kochen Sie gern?

Niemczyk: Ich liebe Kochen und mache das total gern als Ausgleich. Oft treffe ich mich mit einer Freundin, und wir kochen dann ein Fünf-Gänge-Menü für zehn Personen.

Daniel Grunenberg: Das ist auf jeden Fall sehr lecker. Da Caro so gern kocht, bin ich eher der, der isst.

Sie sind auch privat ein Paar. Können Sie ihn dazu animieren, auch am Herd zu stehen?

Niemczyk: Lieber nicht. Aber Kartoffeln schälen oder so etwas, das schafft er schon.

Ihr Album „Beweg dich mit mir“ klingt ein bisschen nach Drei-Sterne-Miracoli. Wie sehr hat Sie der Erfolg überrascht?

Grunenberg: Total. Wir hätten nie damit gerechnet, dass wir in die Top Ten der Charts kommen oder bei Stefan Raabs Bundesvision Song Contest Vierter werden. Das haben wir dann gefeiert wie einen Sieg. Gerade ist unsere Single „Echt“ vergoldet worden. Die ganzen Sachen, die passieren, sind unglaublich.

Was hat sich geändert?

Grunenberg: Wir reisen sehr viel, sind heute hier und morgen dort. Allerdings sehen wir von den Städten nicht so viel. Unser ganzes Leben ist schneller geworden.

Sie bezeichnen Ihr Album als „Tagebuch zum Tanzen“. Wie authentisch sind die Texte?

Niemczyk: Es steckt immer ein Stück Carolin und Daniel drin. Unsere Texte handeln von unseren Gefühlen, Freundschaft und Werten. In „Echt“ zum Beispiel geht es um die echten Momente, die rar werden, weil heutzutage alles so schnell geht.

Wird Ihr Leben auch unechter, wenn Sie nun ständig unterwegs sind?

Grunenberg: Das ist eine positive Schnelligkeit, die wir auch genießen, weil wir so viel erleben. Wenn wir abends auf der Bühne stehen, und 400 Leute singen unsere Texte mit, ist das sehr echt für uns.

Sie orientieren sich an englischen Electro-Pop-Acts wie The Ting Tings und La Roux, die auch meist Duos sind. Wie kommt das?

Grunenberg: Gute Frage. Wir machen schon seit Jahren zusammen Musik und waren zunächst auch eine größere Band. Caro und ich haben uns sofort verstanden. Wir kommen aus Nachbarorten, unsere Eltern kannten sich schon. Dann hat sich herauskristallisiert, dass wir das professionell machen wollen. Vielleicht kommt man zu zweit auch schneller auf den Punkt.

Sie leben in Stockach am Bodensee. Singen Sie manchmal zu Hause den Kraftklub-Hit „Ich geh nicht nach Berlin“?

Grunenberg: Das ist auf jeden Fall eine sehr coole Nummer. In Berlin sind wir ohnehin sehr oft, aber dort leben müssen wir nicht. Gerade jetzt, wo wir ständig unterwegs sind, ist es schön, hier an den See zurückzukommen. Hier hat man seine Ruhe.

Das Konzert von Glasperlenspiel am 1. März bei den Fliegenden Köchen, Lilienthalstraße 15, ist ausverkauft.

www.fliegende-koeche.de

Von Matthias Lohr

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