„Suche impotenten Mann fürs Leben“ feierte in der neu gestalteten Komödie eine erfolgreiche Premiere

Wasserbad der guten Laune

Es knistert: Wen holt sich Carmen (Johanna Mildner) mit dem attraktiven David (Carl-Ludwig Weinknecht) ins Haus? Foto: Koch

Kassel. Gut schaut er aus, der renovierte Besuchersaal der Kasseler Komödie. Ein dunkelblauer Himmel schmückt die Decke, rote Teppiche den Boden, und sandfarbene Wände flankieren die ebenfalls neuen Sitzreihen. Dazu noch ein neuer Leiter, Markus Exner, der zwar aus München stammt, das Publikum im ausverkauften Saal aber wie ein Wiener Charmeur begrüßte. Der Rahmen für seine erste Premiere in Kassel stimmte.

„Suche impotenten Mann fürs Leben“, heißt die Komödie. Pate stand der Bestseller von Gaby Hauptmann. Man darf vorweg bilanzieren: Ein köstliches Vergnügen auf erfreulichem Niveau. Statt platter Kalauer sprudelnder Humor. Statt Zoten von den Darstellern prächtig umgesetzte Situationskomik. Ein dickes Lob dafür. In elf verschiedene Rollen, eine schräger als der andere, schlüpfte das spielfreudige Quartett und machte aus jeder Figur ein komisches Unikum. Das Publikum badete in diesem komödiantischen Wasserbad.

Die Handlung des Stückes lässt sich unschwer vom Titel ableiten. Carmen (Sympathieträgerin Johanna Mildner) hat die Nase voll von triebgesteuerten Robotern der Gattung Mann: „Ich möchte nicht mehr denken, hätt’ ich ihn kurz rübergelassen, hätt’ ich mir eine Stunde Streit erspart. Einer, der nicht mehr kann, muss her.“

Sie gibt eine Anzeige auf. Größer als erwartet ist die Zahl der Bewerber. Allein die nun folgenden Videobotschaften der Aspiranten waren das Eintrittsgeld wert. Ein herrlich schräges Sammelsurium aus narzisstischen, verklemmten und bornierten Typen. Auch die Treffen in einem Café - ein Lachschmaus. Nicht schwer für den Zuschauer zu erahnen, dass der attraktive David (Carl-Ludwig Weinknecht) das Rennen machen wird - doch der ist alles andere als impotent. Ob es trotzdem ein Happy-End gibt, soll hier nicht verraten werden, wohl aber, dass das Publikum sich mit einem Begeisterungssturm bedankte.

Es glänzten: Olaf Napp (unter anderem als spleeniger Psychiater ), Ludmilla Euler als notorisch schlecht gelaunte Kellnerin und Carmens Freundin, Carl-Ludwig Weinknecht als David, Johanna Mildner als keck sympathische Carmen. Regie führte Craig Simmons, für Kostüme und Bühne waren Christin Bokelmann und Henjo Olejnik zuständig.

Zahlreiche weitere Vorstellungen, HNA-Karteneservice, Tel. 0561/203 204.

Von Steve Kuberczyk-Stein

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.