Start einer gemeinsamen Reihe von Institut für Musik und Musikakademie

Kassel. Gemeinsame Grußworte von Vertretern des Instituts für Musik (Universität) und der Musikakademie gibt es nicht alle Tage. So geschah es im gut besuchten Konzertsaal des Musikinstituts, wo Prof. Dr. Frauke Heß und Musikakademie-Direktor Dr. Peter Gries die „Kasseler Musikdialoge“ eröffneten.

Ihr Start darf als ein kleiner wie erfreulicher Paukenschlag verstanden werden, da die beiden Institutionen wohl zum ersten Mal überhaupt eine gemeinsame Reihe veranstalten.

Aber nicht nur die beiden Einrichtungen treten in ein Wechselspiel. Angepeilt ist zudem ein Dialog, der Musik und das Sprechen über sie in eine fruchtbare Beziehung setzt. Beim Auftakt sprach Dr. Jürgen Oberschmidt (Universität Kassel) über eine Doppelbegabung par excellence - Robert Schumann.

Der Vortrag begann seinerseits mit einem rhetorischen Paukenschlag, denn Oberschmidt zitierte Schumanns Kritik an der Musikkritik: „Fort mit den Zeitungen! Kömmt sie hoch, die Kritik, so ist sie immer erst ein leidlicher Dünger für zukünftige Werke.“ Da Schumann selbst eine Musikzeitung gegründet hat, deuten solche Sätze auf seinen Zwiespalt. Der Unsagbarkeit der Musik begegnete der schreibende Komponist mit einer metaphernreichen, poetischen Sprache.

Schumanns Tonpoesie widmeten sich vier Studentinnen der Musikakademie. Zu hören waren die versierte Pianistin Akiko Hikita und die couragiert aufspielenden Shun-Jung Chien (Klarinette) und Fan Yang (Cello). Am meisten beeindruckte das Klavierspiel von Magdalene Brauns. Die Grazie im Mittelteil der stürmischen Kreisleriana Nr. 1 war doch schöner als alle Worte.

Von Georg Pepl

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