Start der Spendentour bei Rock am Stück in Fritzlar

„Wacken-Opa“ mit Rolli auf Spendentour zum Festival

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Will Geld für die Aktion „Lautstark gegen Krebs“ sammeln: „Wacken-Opa“ Günter Jacobs startet zu seiner 450-Kilometer Tour von Fritzlar nach Wacken am 20. Juli. Schon beim ersten Wacken-Festival war er dabei.

Über 450 Kilometer wird "Wacken-Opa" Günter Jacobs mit seinem Elektrorollstuhl zurücklegen. Er fährt für die Aktion "Lautstark gegen Krebs" vom Festival Rock am Stück in Fritzlar zum Wacken Open Air. 

Das Wacken Open Air ist für Günter Jacobs seit 29 Jahren der Höhepunkt eines jeden Jahres. Daran hat sich auch nichts geändert, als nach zig Beinoperationen dann vor zwei Jahren klar war, dass er im Rollstuhl sitzen wird. Im Gegenteil: Der „Wacken-Opa“, wie der 70-Jährige von vielen eingefleischten Festivalfans genannt wird, hat in diesem Jahr sogar eine spektakuläre Anreise geplant. Er will mit seinem Elektrorollstuhl zu dem größten Heavy-Metal-Festival der Welt fahren. Rund 450 Kilometer, mit Tempo 6 km/h – und für einen guten Zweck.

Mit seiner Marathon-Tour will er die Aktion „Lautstark gegen Krebs“ unterstützen. Geld dafür sammeln, in Städten entlang der Strecke – unter anderem auch in Baunatal, Göttingen und Nörten-Hardenberg. Los geht die Reise am 20. Juli, nach seinem Besuch beim Festival Rock am Stück, das vom 18. bis 20. Juli in Fritzlar (Schwalm-Eder-Kreis) stattfindet.

„Bis vor zwei Jahren war ich noch auf zwei Beinen unterwegs, jetzt auf vier Rädern. Ich habe immer gesagt: Es ist ganz egal, was passiert, ob mit dem AOK-Shopper oder mit dem Rollstuhl – ich komme aufs Wacken“, sagt Jacobs. Und dann erzählt er davon, dass sein E-Rolli mit einer Batterie bis zu 15 Kilometer Strecke zurücklegen kann. Davon, dass er drei Ersatzbatterien dabei hat und pro Tag um die 45 Kilometer schaffen will. Und auch davon, dass er eigentlich selbst nach zahlreichen Operationen gesundheitlich angeschlagen ist, ihn das aber nicht aufhält. „Ich bin froh über jeden Tag, an dem ich aufwache.“

Mit seinem Begleiter, Sanitäter Ralf Deuter, der mit seinem E-Bike mit auf den Trip gehen wird, hat er ausgemacht, dass dieser die Spendentour in jedem Fall ins Ziel bringen wird – „selbst wenn mir etwas zustößt“, sagt Jacobs. Schließlich gehe es darum, etwas Gutes zu bewirken. „Es geht nicht um mich“, sagt Jacobs und lacht. Es ist ein herzliches, fröhliches Lachen. „Ich hoffe natürlich, am 1. August in Wacken anzukommen.“ Die Motivation des Wacken-Veterans ist jedenfalls riesig. Auch, weil er damit an seinen besten Freund erinnern will, der 2018 an Lungenkrebs starb.

Dass seine Tour – die ihn zu insgesamt sechs Festivals und in 25 Städte führt – zu einem Erfolg wird, scheint schon jetzt klar: Interviewanfragen bekommt der „Wacken-Opa“ jedenfalls täglich – Zeitungen, Radio- und Fernsehsender wollen über ihn und sein Vorhaben berichten. „Je mehr von der Reise erfahren, desto besser für die Spendenaktion“, sagt Jacobs.

Das Geld soll am Ende aufgeteilt werden und unter anderem an die Deutsche Knochenmarkspenderdatei und an Projekte gehen, die sich für Krebspatienten starkmachen. Bei der Tour wird er nicht nur von den Wacken-Gründern und -Chefs Thomas Jensen und Holger Hübner, sondern auch vom Rock-am-Stück-Team in Fritzlar unterstützt. „Es ist gigantisch, wie sehr sie hinter mir stehen und es auch für sie zu einer Herzensangelegenheit geworden ist.“

Bei seiner Reise auf vier Rädern freue er sich natürlich an jeder Station über Zuschauer – auch über Wegbegleiter. „Mit dem Rad oder Rolli“, sagt Jacobs. Wo sich das Team ab dem 20. Juli auf der Strecke befinde und wo es stoppen wird, könne man dann im Internet auf seiner Facebook-Seite verfolgen – bis zum Ziel. Und dort heißt es dann: „Wacköööön“-Zeit!“

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