Wehklage, bestgelaunt: Kabarettist Tobias Mann in Vellmar

Vellmar. Wenn man sich fragt, ob Christian Wulff nicht der war, der die Costa Cordalis gesteuert hat, wenn man mit einem Hemd aus Bangladesh und einem Handy aus einer Todesfabrik im BMW sitzt und einfach nichts Neues mehr hören möchte, weiß man, dass man ein Opfer der Informationsflut geworden ist. So wie Kabarettist Tobias Mann. Was das für Auswirkungen hat, thematisiert er in seinem Soloprogramm „Durch den Wind. Und wieder zurück“, das er am Freitagabend im Bürgerhaus Vellmar-West präsentierte.

ADS steht für ihn nicht für Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom, sondern für Alle Daten sammeln. Als 37-Jähriger gehört Mann zur Generation der Digital Dummies. Das ist die Generation, die Smartphone und Internet nicht in die Wiege gelegt bekam, aber obendrein diese Errungenschaften den Eltern erklären muss.

Auch der Populismus der Politik macht Mann verrückt: von Horst „Die Maut“ Seehofer bis Steffen „Schnell vorbei“ Seibert, Politik im 21. Jahrhundert ist für ihn vor allem Marketing. Mit seiner Wehklage, die er durchweg bestgelaunt vortrug, konnte Mann im ersten Teil zunehmend begeistern. Es wurde viel gelacht, gejubelt und Zwischenapplaus gespendet. Der zweite Teil um terroristische Hamster, mächtige Eichhörnchen und Nachbarn, die immer was im Garten zu tun haben, machte etwas weniger Spaß. Als Zugabe rappte er eine fünfminütige Zusammenfassung von Goethes „Faust“. Das Publikum bedankte sich herzlich.

Von Valerie Schmidt

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