Premiere

Wehlheider Hoftheater: Wenn der Wartesaal zur Bühne wird

+
Wachsen über sich hinaus: Die Sänger und Darsteller der Revue vom Wehlheider Hoftheater.

Schauspieler und Sänger wuchsen über sich hinaus bei der schwungvollen Revue "Es fährt (k)ein Zug nach (n)irgendwo" im Cassalla-Theater.

„Wir wollten diesmal auf der Bühne singen und dabei unsere Lieblingslieder präsentieren. Ich tippe mal, dass Sie fast alle Lieder kennen“, sagt der Regisseur und Darsteller Dietmar Kuhlemann zu Beginn der Revue „Es fährt (k)ein Zug nach (n)irgendwo“ des Wehlheider Hoftheaters.

Das Publikum sang am Freitag bei der Premiere im ausverkauften Cassalla-Theater sofort mit. Eineinhalb Jahre haben die 16 Mitwirkenden an ihrer Eigenproduktion gearbeitet. Sie entwickelten dabei ein Stück um Lieder von Künstlern wie Udo Jürgens und Annett Louisan, das den Alltag im fiktiven Bahnhof 8.0 zeigt. Mit wenigen Requisiten entsteht ein Wartesaal, der zur Bühne für tolle Gesangseinlagen und menschliche Schicksale wird.

Die Bahnhofschefin (Anja Gall) greift zur Gitarre und begrüßt den ersten Fahrgast des Tages, Uta Cramer, mit dem Hit „Me and Bobby McGee“ von Janis Joplin. Der „Zug nach nirgendwo“ von Christian Anders fährt allerdings nicht ein, er hat Verspätung. Hausmeister Horst (Jochen Holstein) schlüpft zur Überbrückung aus dem Kittel, um in roter Weste „Ich brech’ die Herzen der stolzesten Frau’n“ anzustimmen. Damit hat er Chancen bei der Urlauberin Elvira (Marlene Holstein), die sauer auf ihren Michael ist, der – wie bereits Nina Hagen beklagte – den „Farbfilm vergessen“ hat.

Auf dem Weg zum Glück: Anna (Magdalena Horn) gesteht dem Pianisten Sam (Sascha Burgstedt) ihre Gefühle.

Als sprechender Fahrkartenautomat rät Uwe Hohmann frech vom Reisen ab. Dank Service-Mitarbeiterin Bianca (Katharina Schneider) versöhnt sich der bahnreisende Kapitän (Kai Hildebrandt) mit seiner Frau (Christiane Schuchardt) und freut sich bei seiner Darbietung von „Seemann, lass das Träumen“ über das textsichere Publikum. Beeindruckend war auch der Auftritt von Marcus Scholz als Diva. Die Brezelverkäuferin (Magdalena Horn) fasst sich ein Herz und gesteht dem Pianisten (Sascha Burgstedt), dem musikalischen Rückgrat des Abends, ihre Gefühle. Wird er sie erwidern? „Für mich soll’s rote Rosen regnen“ wünscht sie sich auf den Spuren von Hildegard Knef – ein Gänsehautmoment.

Durch das Gesangscoaching von Dörte Wahlen, Humor und eine Prise Selbstironie wuchsen die singenden Schauspieler über sich hinaus. Auf den stürmischem Schlussapplaus folgte eine Zugabe.

Zahlreiche weitere Aufführungstermine, Kartentelefon: 0561/7661693. wehlheider-hoftheater.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.