Wehmütiger Abschied von Tok Tok Tok im Theaterstübchen

Noch einmal gemeinsam auf der Bühne: Morten Klein und Tokunbo Akinro. Foto: Fischer

Kassel. Tok Tok Tok. Es war das letzte Mal, dass die Band mit dem Klopfzeichen im Namen an die Tür der guten Stube pochte und als gern gesehener Gast auf der Bühne Platz nahmen.

Das schicke Theaterstübchen-Wohnzimmer war prall gefüllt mit einem Publikum, das sich mit einer Erwartungshaltung zwischen Sentimentalität und Kunstgenuss auf das Abschiedskonzert des zwischen Soul und Jazz balancierenden Quartetts bestens eingestellt hatte.

Tok Tok Tok war eine der ersten Formationen, die dem Theaterstübchen zu dem Ruf einer exquisiten Live-Location verhalfen. Das ist schon einige Jahre her, und so entwickelte sich auch mancher Song an diesem Abend als emotionale Reminiszenz an die teils dramatische Gründerzeit dieses für Kassel so wichtigen Veranstaltungsortes.

Besitzer Markus Knierim scheint auf dem Zenit angekommen zu sein, doch Tok Tok Tok lösen sich leider auf und gehen getrennte Wege. Man kann vermuten, dass man sich auf kein gemeinsames Konzept mehr einigen konnte. Viel hat man probiert, der ganz große Wurf ließ aber auf sich warten. Jazz, Soul, Funk, Pop, Cover - mal deutsch, mal englisch. Alles ganz nett, doch irgendwie immer auch zwischen den Stühlen.

Mastermind Morten Klein zeigte an diesem Abend, dass er als versierter Multiinstrumentalist (Gitarre, Drums, Saxofon) für neue Aufgaben prädestiniert scheint. Sängerin Tokunbo Akinro deutete in ihren Tanzbewegungen an, dass sie einer Karriere im Popbusiness nicht abgeneigt wäre. Und mit ihrem coolen Timbre und dem Augenaufschlag wird sie bald nicht nur Jazzfreunde betören.

Songs aus allen Schaffensphasen prägten den Abend, und der lang moderierte Winterschlussverkauf von CDs und Merchandising-Artikeln glich einer Butterfahrt für Soulfans.

Pianist Jens Gebel und Christian Flohr am Ukulele-Bass sorgten für exzellente Begleitung, und nach zwei Zugaben und kräftigem Applaus fiel der letzte Vorhang. Tschüss und alles Gute.

Von Andreas Köthe

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