Weihnachtliche Klänge mit dem

Das Consortium Casselanum: (von links) Helmut Simon, Manfred Schumann, Heiko Pape, Ulrike Schneider, Giulia Glennon, Ingrid Frøseth, Ute Liebich, Bernadette Schrietter, Skerza Singer, Katja Geismann und Günther Thomas. Foto: Zgoll

Kassel. Wenn Corelli gespielt wird, ist Weihnachten meist nicht mehr fern. Für die Christnacht („per la notte die natale“) hat der italienische Barockmeister sein Concerto grosso in g-Moll geschrieben, mit dem das Consortium Casselanum sein Kammerkonzert im Opernfoyer eröffnete.

Schon zum fünften Mal präsentierte das Consortium, ein Zusammenschluss von Musikern aus dem Umfeld des Staatstheaters, im Advent ein weihnachtliches Programm. Als Motto konnte diesmal die hypothetische Frage gelten, die Moderator Tobias Geismann anfangs stellte: „Was wäre, wenn es Johann Sebastian Bach nicht gegeben hätte?“

Dann würden wir vermutlich die Musik von Komponisten wie Dietrich Buxtehude, Vincent Lübeck, Johann Pachelbel und Georg Philipp Telemann für den Gipfel barocker Tonkunst nördlich der Alpen halten. Nicht ganz zu Unrecht, wie die Musiker an diesem Abend zeigten. Ob auch der Elsässer Philipp Friedrich Boedecker dazugehören würde, sei dahingestellt. Seine Solomotette „Natus est Iesus“, von der Sopranistin Ingrid Frøseth mit klarer Tongebung gesungen, war immerhin kurzweilig.

Zwei Werke für zwei Soprane von Buxtehude und Lübeck offenbarten die unterschiedlichen Charaktere der Komponisten: Prachtvoll virtuos Buxtehudes „Salve, Jesu“, schlicht und konzentriert Lübecks „Willkommen süßer Bräutigam“. Ingrid Frøseth und Ulrike Schneider gestalteten beide Werke in vokaler Harmonie, zwei konzertierende Violinen (Katja Geismann und Bernadette Schrietter) sorgten für instrumentalen Glanz.

Pachelbels berühmter Kanon für Streicher und die Telemann-Kantate „Gott will Mensch und sterblich werden“ mit Ingrid Frøseth waren weitere Barockperlen, ehe das Concerto d-Moll BWV 1060 von Johann Sebastian Bach die Maßstäbe wieder zurechtrückte: Mit Katja Geismann (Violine) und Ute Liebich (Oboe) als Solisten war das schwungvoll musizierte Werk der krönende Abschluss des von 150 Besuchern ausgiebig beklatschten Konzerts.

Als Zugabe wurde das Weihnachtslied „Es ist ein Ros entsprungen“ gesungen, dessen Melodie von Michael Praetorius aus dem nahen Creuzburg bei Eisenach stammt.

Von Werner Fritsch

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