Der Schauspieler Sebastian Koch las Weihnachtliches in der Martinskirche

Mal verträumt, mal heiter

Konzentration: Schauspieler Sebastian Koch las in der Martinskirche Weihnachtliches. Foto:  Malmus

Kassel. In seinen Filmen spielt der Schauspieler Sebastian Koch oft kantige Persönlichkeiten. Auf seiner Weihnachts-Lese-Tour „Und lauscht hinaus den weißen Wegen“ zeigt sich der 54-Jährige überwiegend von seiner sanften, ruhigen und gefühlvollen Seite.

Am Mittwoch präsentierte sich Koch, der zur Begrüßung bekannte, noch nie in Kassel gewesen zu sein, zusammen mit dem Kammerchor der Erlöserkirche Bad Homburg (Leitung: Susanne Rohn) in der Martinskirche. Knapp 200 Besucher waren gekommen. Die erlebten einen sehr besinnlichen, aber auch humorvollen Abend. Kochs Auswahl der Texte und Autoren machte es möglich.

Die prächtigen Gesangsstimmen und das harmonische Klangbild des 20-köpfigen Chors vertieften die besinnlichen Facetten der Texte. Besonders Josef von Eichendorffs „Weihnachten“ und Rainer Maria Rilkes berührende, verträumte aber auch sehr traurige Reflexionen – Koch las unter anderem „Advent“, „Das Christkind“ und „Kindheit“ – fesselten die Zuhörer, ließen sie mitfühlen. Etwa mit dem tragischen Ende des kranken Mädchens in Rilkes „Christkind“, das in den Wald eilt, einen kleinen Baum schmückt und vor einem Heiligenbild erfriert. „Maria durch den Dornwald ging“ sang der Chor im Anschluss.

Auf ein, zwei Texte folgte stets ein Lied. Mit „Es ist ein Ros‘ entsprungen“ war der Chor in den Abend gestartet. Als Kontrastprogramm war bei den Texten des Journalisten Axel Hacke Schmunzeln angesagt, ebenso bei Zeilen aus der Feder des bayerischen Kabarettisten und Schauspielers Gerhard Polt, die Koch in schwäbischer Mundart brachte. Gelacht wurde über die Realsatire „Feiertage“ von Hanns Dieter Hüsch.

Koch las mit wohlklingender und warmer Stimme, eilte aber bisweilen ein wenig hastig durch die Texte und pointierte nicht immer facettenreich. Für viele Besucher fiel das nicht ins Gewicht. Sie genossen Lesung und Gesang, bedankten sich mit viel Beifall und bekamen als Zugabe eine romantische Weise serviert, die Koch auf der Gitarre spielte.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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