Der Kasseler Bachchor und Norbert Ternes mit einem schönen Adventskonzert in St. Familia

Weihnachtliches für Genießer

Barockmusik in ausgefeilter Wiedergabe: Der Bachchor mit Leiter Norbert Ternes (rechts). Foto: Fischer

Kassel. Das Publikum tauchte ein in längst vergangene Zeiten und erlebte eine wunderbare Stimmung in der voll besetzten Kirche St. Familia. Beim mit viel Beifall aufgenommenen Konzert des Kasseler Bachchores unter der Leitung von Norbert Ternes gab es den Choral „Nun komm, der Heiden Heiland“ gleich mehrmals.

Ralf Schwarz-Aschenbrenner spielte auf der Orgel-Empore Choralvorspiele, die von der Archaik Jan Pieterszoon Sweelincks (1562-1621) zur temporeichen Version Johann Sebastian Bachs (1685-1750) führten. Dazwischen zelebrierten die 27 Sänger am anderen Ende der Kirche altertümliche Chorsätze.

Das war musikhistorisch reizvoll und eine eindrucksvolle Verwendung des Kirchenraums. Die Variationen über „Nun komm, der Heiden Heiland“ bildeten den zweiten Programmpunkt eines Adventskonzerts, das in seinen vier Teilen so raffiniert aufgebaut war wie eine Komposition.

Den Auftakt machten der vom Barock zur Klassik weisende Johann Christoph Friedrich Bach (1732-1795) und seine umfangreiche Motette „Wachet auf, ruft uns die Stimme“, während zuletzt die Bach-Vater zugeschriebene Motette „Lobet den Herrn, alle Heiden“ erklang. In ausgefeilten Wiedergaben, die allenfalls in einigen Sopranspitzen kleine Wünsche offen ließen.

Noch eine weitere barocke Bereicherung präsentierten Ternes, die Sänger sowie die Begleiter Ralf Schwarz-Aschenbrenner (Orgel) und Sonja Lehmann (Cello): Georg Philipp Telemanns Weihnachtsmesse, die auf dem Choral „Ein Kindlein so löbelich ist uns geboren heute“ basiert. Ein Programm nicht nur, aber auch für Musikkenner.

Von Georg Pepl

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