Weihnachts-Alben: Die hat der Himmel geschickt

Celtic Christmas

Es gibt Menschen, die kaufen sich jedes Jahr eine neue Weihnachts-CD, andere nur, wenn ihnen die alte zum Halse raushängt. Und dann gibt es noch die, die dieses Genre sogar sammeln.

Für alle ist bei unseren Weihnachts-CD-Tipps etwas dabei.

Herausragend

Wer träumt angesichts des Glühwein- und Plätzchen-Gedudels in den Innenstädten nicht von Weihnachten auf einer verschneiten, einsamen Hütte? Diese Stimmung kann auch im heimischen Wohnzimmer wahr werden, dank einer CD mit überwiegend nordischen Winter- und Weihnachtsliedern.

Die norwegisch-schottische Formation Kelpie ist auf „December Moon“ weit davon entfernt die Jingle Bells klimpern zu lassen. Trotz einer Vielzahl recht seltener Instrumente (Bodhrán, Seljefloyte, Xaphoon, Bogen-Gitarre) sind die Arrangements angenehm zurückhaltend. Der Klang ist perfekt. Kerstin Blodig singt die meisten Titel in den Originalsprachen, darunter auch eine berührende Version von „Jetzt kommt der Heiden Heiland“.

Celtic Christmas ist ein Sampler mit keltischer Weihnachtsmusik aus Irland, Schottland, Kanada und den USA. Schöne Stimmen und stimmungsvolle Instrumentals mit Fiddle, Flöte und Harfe bescheren eine folkige Weihnacht, nicht nur zuhause sondern auch beim Weihnachtsumtrunk mit Gleichgesinnten. Diese CD ist vom Kitsch á la Celtic Women ebenso weit entfernt wie Winter Poemvon Secret Garden. Bei den Eurovision-Song-Contest-Gewinnern (1995) dominiert das Violinenspiel von Fionnuala Sherry, es gibt aber auch bewegende Gesangsnummern. Den schönsten Beitrag liefert Clannad-Sängerin Moya Brennan zu „The Dream“. Musik, nicht so sehr fürs Fest sondern für die Jahreszeit.

Alternativen

Auch der Indie-Fan kann 2011 aufatmen. Tom Smith (Editors) und Andy Burrows (We Are Scientists) haben sich einen Wunsch erfüllt und Weihnachtslieder geschrieben, in denen nicht Santa Claus und dem Weihnachtsbaum gehuldigt wird sondern das wahre Leben stattfindet. Auf Funny Looking Angels bringt ausgiebiger Schneefall den Verkehr zum erliegen, streiten sich Ehepaare und werden Menschen erst fröhlich, wenn sie genug getrunken haben. Die Musik ist feinster Brit-Pop und würde, wenn nicht Jahreszeit-bezogen, auch im Sommer bestehen.

Spezialitäten

Mit kleinen Einschränkungen können auch die Weihnachts-Alben von Carole King, Paul Anka, Michel Bublé und Tommy Emmanuel empfohlen werden - weil jeder dieser Künstler erstklassige Musik für seine Fans abliefert - eine perfekte Westcoast-Produktion, großes Entertainment, Swing vom Feinsten, brillante Gitarrenmusik - aber damit kaum neue hinzugewinnen wird.

Ganz andere Festagsfreuden kommen in diesem Jahr aus Frankreich. Der große Filmkomponist (Yentl, Sag niemals nie), Arrangeur und Orchesterleiter Michel Legrand lässt auf Noel! Noel! Noel so unterschiedliche Interpreten wie Carla Bruni, Iggy Pop, Rufus Wainwright, Ayo und Imelda May zu packenden Bigband-Arrangements singen. Das hat neben Charme auch noch Glamour.

Übertrieben haben es hingegen diesmal die Kastelruther Spatzen auf Weihnachten bei uns daheim. Texte wie "Tränen im Schnee tun doppelt so weh / doch er geht und spricht ein Gebet / macht sich Mut - zur Weihnacht wird's gut" oder "Das ist Weihnacht bei uns daheim / ein kleines Kripperl im Kerzenschein", das ist dann doch zuviel des Guten.

Von Wilhelm Ditzel

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