Weihnachtslieder im Jazzgewand: Das Hammond Organ-Xmas-Quartett im

Das Hammond Organ-Xmas-Quartett im Theaterstübchen: (von links) Hanno Busch (Gitarre), Jerome Cardinals (Drums), Heiner Schmitz (Saxofon) und Dirk Schaadt (Orgel). Foto: Schachtschneider

KASSEL. Die lokale Jazzszene ist möglicherweise noch nicht in Weihnachtsstimmung oder mag vielleicht keine Weihnachtslieder, wer weiß? Jedenfalls gab es in puncto Besucherandrang am Dienstagabend im Theaterstübchen noch viel Luft nach oben. Davon ließ sich das mit teilweise prominenten Musikern besetzte Hammond Organ-Xmas-Quartett keinesfalls die Spielfreude verderben – nach eigenen Worten kennt man Schlimmeres.

Jedes Jahr zur Adventszeit treffen sich die vier Instrumentalisten, um Weihnachtslieder unterschiedlicher Herkunft durch den Fleischwolf zu drehen und etwas Neues in jazzigem Kontext daraus entstehen zu lassen. Das gelang ihnen ganz zweifelsfrei, denn mehrfach wurde im Publikum gerätselt, um welches Lied es sich wohl gerade handelte.

„Alle Jahre wieder“

Gleich beim ersten, „Alle Jahre wieder“, hatte ein Gast sich als Kenner ausgewiesen. Die Band kam ohne Bassist aus – auch für die tiefen Frequenzen sorgte Dirk Schaadt hervorragend an der Hammond B3, die mit ihrem unnachahmlichen Sound schon ein Klangerlebnis ist.

Schaadt verstand es, dieser Orgel alle erdenklichen Tonfarben von schmatzend über krächzend bis röhrend zu entlocken, wie zum Beispiel in „Morgen kommt der Weihnachtsmann“. Klar, dass auch Gitarrist Hanno Busch von The Heavytones und besonders Saxofonist und Bandsprecher Heiner Schmitz (Jazzkantine) solistisch glänzen konnten, so bei „A Child Is Born“ von Thad Jones. „Kommet, ihr Hirten“ wurde im 7/8-Takt gespielt, zeigte einen trickreichen Saxofonlauf und ein spannungsreiches Solo des jungen Drummers Jerome Cardynaals.

„Rudolf The Red-Nosed Reindeer“ wurde förmlich zerpflückt, verlangsamt, gegen den Stich gebürstet – die Band hat auch Humor.

Die Gäste hatten großen Spaß daran, und mit dem besinnlichen „Christmas Song“ von Mel Tormé als Zugabe endete das Xmas-Jazz-Konzert.

Von Wolfgang Wollek

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