Weimarer Wahnsinn: Die Kritik zum MDR-"Tatort"

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Lustig sein wollen beim "Tatort" immer mehr Kommissare. Aber nur wenigen gelingt das so gut wie Christian Ulmen und Nora Tschirner in Weimar, findet unser Kritiker Matthias Lohr.

Das Schöne an der „Tatort“-Flut ist, dass man die Krimis gut miteinander vergleichen kann. Allein der Anfang aus Weimar etwa war lustiger als alle Saarbrücker Folgen.

In ihrem zweiten Fall standen die Kommissare Lessing (Christian Ulmen) und Kira Dorn (Nora Tschirner) auf einer Brücke. Lessing hatte bereits ein Schloss in der Hand, das Liebespaare heute gern an Geländern festmachen. Dorn sah ein anderes Paar und schnaubte: „Ein Vorhängeschloss als Zeichen ewiger Liebe. Was für ein Schwachsinn.“ Heimlich schmiss Lessing das Schloss ins Wasser. Herrlich.

Die Autoren Andreas Pflüger und Murmel Clausen bewiesen erneut ein Gespür für tolle Dialoge und Wortwitz. Die von Richard Huber mit viel Liebe bis ins letzte Detail und tollen Schauspielern wie Sophie Rois inszenierte Verwechslungskomödie um einen Stadtkämmerer und einen Geisterbahnbetreiber mag überfrachtet gewesen sein. Aber wenn ein Krimi „Der irre Iwan“ heißt, dann soll er bitte auch irre sein.

Am Ende tanzten Lessing und Dorn im Kirmeszelt zu Element of Crime. In dem Lied singt Sven Regener: „Nichts ist so kalt wie der heiße Scheiß von gestern.“ Beim „Tatort“ ist im Moment nichts so komisch und heiß wie der Wahnsinn aus Weimar.

Von Matthias Lohr

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