Die Tanzshow „Lord of the Dance“ begeisterte mit irischem Stepp-Tanz in der Kasseler Stadthalle

Weit von den Anfängen entfernt

Donnerhall klackender Füße: Die Tänzerinnen von „Lord of the Dance“ in der Kasseler Stadthalle. Foto: Schoelzchen

Kassel. Das Böse ist überall, suggerieren riesige Videobahnen mit lodernden Flammen und Schädeln im Hintergrund. Dem „Lord des Tanzes“ wird von einer Gang martialisch anmutender Männer der Meistergürtel entwendet. Doch bevor die Welt untergehen wird, siegt das Gute über das Böse. So ist es auf der Bühne, und so begeisterte die irische Tap-Dance-Truppe in der ausverkauften Kasseler Stadthalle ihr euphorisiertes Publikum.

„Lord of the Dance“ hat seit seiner Premiere im Jahr 1996 mit seiner spektakulären Stepp-Show knapp zwei Millionen Zuschauer allein in Deutschland und 70 Millionen weltweit begeistert: das Klacken der Killerhacken, wie Kritiker schrieben, erlebte einen Siegeszeug ohnegleichen. Der Erfolg des Erfolgs setzt sich weiter fort: Und das obwohl die Story platt und die Choreografie mit den sich wiederholenden Partien spannungslos ist.

Mit neuen Kostümen und neuer audio-visueller Ausstattung entfernt sich die Show immer weiter von ihren Anfängen, die getanzte Bühnensaga setzt heute mehr auf High- Tech-Pop als auf die hinreißende irische Folklore: die Reihung steppender Füße alternierend mit dem melancholischen Klang der Volksweisen.

In der Kasseler Stadthalle spielen die irischen Geigerinnen in den Minikleidchen Playback, tragen die Tänzerinnen sogar mal schwarze Bikinis oder paillettenbesetzte Kleidchen, und das Duell der rivalisierenden Gangs wird vom hohlen Pathos dirigiert.

Wo Opulenz Purismus ersetzt, wird die originale Tap-Dance-Kunst mit ihrem Donnerhall klackender Füße fast zur Nebensache. Schade drum, doch dem Publikum gefiel es: donnernder Applaus.

Von Juliane Sattler

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