Preisverleihung beim Gießener Festival "Die Seriale"

Die Welt in zwei Minuten: Auszeichnung für Kasseler Trickfilmer Stefan Vogt

Witzige Welterklärung: Szene aus einem Stefan-Vogt-Film. Screenshot: nh

Kassel/Giessen. Mit der Würstchen-Frage fing alles an: Der Trickfilmer Stefan Vogt entwickelte für ein Uniprojekt während der Studienzeit an der Kasseler Kunsthochschule einen gezeichneten Film, in dem die allgegenwärtige Wissenschaftsgläubigkeit aufs Korn genommen wird. Nun hat er einen Preis erhalten.

Seine erste Arbeit aus dieser Serie „Warum mag jeder Würstchen?“ wurde gefolgt von dem Werk „Warum hasst jeder Autos?“

Stefan Vogt

Ein Experte erklärt darin jeweils pseudowissenschaftlich und sehr lustig diese Phänomene – in knapp zwei Minuten Zeichentrickfilm im Notizzettelstil. „Ich suche mir etwas Ungerechtes, also etwa unsergedankenloser Umgang mit Tieren, will aber nie moralisch wirken, es gibt nichts Schlimmeres, als wenn jemand als Erklärbär rüberkommt.“ Die Kürze ist die Folge des rasanten Tempos und der Zuspitzung auf eine Schlusspointe. Mittlerweile gibt es neun Folgen, es werden auch Fragen zu Geld, David Hasselhoff, Internet und einem schrägen Tisch beantwortet.

Mit diesem Projekt hat Stefan Vogt nun auf dem Gießener Festival „Die Seriale“ den mit 2000 Euro dotierten Publikumspreis gewonnen. Das Fest präsentiert Internet- und andere unabhängige Serienprojekte und war von Enthusiasten um den Gießener Produzenten Csongor Dobrotka organisiert worden.

Vogt hat in Kassel Trickfilm studiert und hier 2011/12 Examen gemacht. Der 36-Jährige wohnt heute in Berlin und kann vom Trickfilm leben – fachfremde Projekte wie die Organisation von Exkursionen für Behinderte oder Aufsicht im Schwimmbad nimmt er vor allem deshalb an, um sich nicht nur in der Zeichner-Blase seiner Bürogemeinschaft zu bewegen.

Das Schweizer Fernsehen ist mittlerweile auf Vogts Arbeit aufmerksam geworden und unterstützt das „Warum“-Projekt. Mit einer Bedingung: Dass er einen Film über das Internet erstellt. „Das war mir erst nicht so recht, weil sich aus dem Thema nicht so ohne Weiteres ein Opfer erkennen lässt, aber nach zweieinhalb Wochen Brainstorming ist das mittlerweile eine meiner Lieblingsfolgen.“

http://warum-filme.de

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