Weltmusikfestival in Kassel: Von lieblich bis verwegen

Hypnotisch: Die Sudanesin Alsarah. Fotos: Andreas Fischer

Kassel. Klänge ohne Grenzen bot der umjubelte Auftakt der Konzertreihe am Wochenende.

„Es ist eine große Freude, in einer Weltmusik-Sparkasse zu spielen“, sagte der dänische Folk-Geiger Harald Haugaard bei der Eröffnung des 20. Kasseler Weltmusikfestivals. Am Freitag und Samstag verwandelte sich die Kundenhalle der Kasseler Sparkasse in einen prächtig gefüllten Konzertsaal. Insgesamt kamen rund 800 Gäste zu den beiden Konzerten, bei denen vier Bands die Vielfalt des Genres demonstrierten.

Mehr dazu gibt es bei Kassel Live

Das Jubiläum des vom Kulturzentrum Schlachthof veranstalteten Festivals wurde gebührend gefeiert. So gab’s zum runden Geburtstag eine Torte für Schlachthof-Geschäftsführerin Christine Knüppel - überreicht von Oberbürgermeister Bertram Hilgen und Ingo Buchholz, dem Vorstandsvorsitzenden der Kasseler Sparkasse, die das Festival seit Beginn fördert.

Durch die beiden Abende führte der Frankfurter Musikredakteur Gregor Praml, der mit seiner Frau Claudia sowie den Schlachthof-Mitarbeitern Catharina Nieland und Marcel Klier das künstlerische Leitungsteam des Festivals bildet.

Leuchtende Melodien

Als „Crème de la Crème” aus Dänemark bezeichnete Praml die erste Formation, und das war keine Übertreibung. Gekonnt pendelten Helene Blum & Harald Haugaard Band zwischen lieblichen Klängen und kraftvoll akzentuiertem Folk. Mit ihrer hellen, klaren Stimme brachte Sängerin Helene Blum die Melodien zum Leuchten. Der famose Geiger Harald Haugaard wies auf den universellen Wert von Musik hin: „Musik kennt keine Grenzen, Musik braucht keinen Reisepass.“

Hypnotischer Pop

Eine weitere Facette des grenzenlosen Genres boten dann Alsarah & The Nubatones. Die aus dem Sudan stammende, heute in den USA lebende Sängerin Alsarah präsentierte mit ihrer Band, darunter Schwester Nahid als Background-Sängerin und Oud-Spieler Brandon Terzic, ostafrikanischen Pop von geradezu hypnotischer rhythmischer Kraft. Da wurde die Kundenhalle auch zum Tanzsaal. Wie die ganze Eröffnung kam der Auftritt bestens an beim Publikum.

Politische Botschaften

Besonders viel Sympathie konnte man für die Band The Angelcy um Sänger Rotem Bar Or empfinden. Die israelische Musikgruppe - drei Frauen, drei Männer - eröffnete das Samstagskonzert mit lässigem Alternative Folk. Der ging wunderbar leicht ins Ohr, ohne glatt zu wirken. Da gab es raffinierte Vokal-Harmonien, ausgesuchte Klangfarben von Klarinette, Flöte und Viola sowie antimilitaristische Botschaften. Auffällig: Gleich zwei Spieler waren am Schlagzeug.

Fette Sounds

Furios dann die französische Zehn-Mann-Band Sir Jean & NMB Afrobeat Experience: Tanzbarer Groove traf auf kämpferische politische Aussagen. Das klang richtig fett, auch dank der Bläser-Sektion bis hin zum abgrundtiefen Sousafon. Die Gesichtsbemalung der Musiker und ihre Tanzschritte sorgten für eine verwegene optische Note. Nun kann man darauf gespannt sein, was das Festival bis zum 6. Mai noch alles bringen wird.

www.weltmusikfestival-kassel.de

Von Georg Pepl

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