FisFüz mit Gianluigi Trovesi im Schlachthof

Weltreise mit Musik

KASSEL. Fraglos bedient das Ensemble FisFüz in puncto Musik nicht den breiten Massengeschmack - es handelt sich eher um eine Gruppe für Spezialisten und Kenner des Genres Weltmusik, allerdings von einer überdurchschnittlich hohen Qualität und Finesse. Mit dem renommierten italienischen Klarinettenvirtuosen Gianluigi Trovesi hatte sich das Trio zum Quartett erweitert und präsentierte spannende und fordernde Stücke seiner aktuellen CD „Papillons“.

So farblich verschieden und facettenreich wie Schmetterlinge waren auch die Kompositionen der vier Ensemblemitglieder aus drei Ländern, offenbarten sie doch die Herkunft sowie Reiseerfahrungen und Fantasien der Musiker. Der „Tango to go“ mit Klezmer-Klängen stammte von dem fantastischen türkischen Perkussionisten Murat Coskun, der vor allem durch seine Filigrantechnik auf verschiedenen Handtrommeln verblüffte. Dabei lotete er das gesamte Dynamik- und Klangspektrum seiner Instrumente auf Fellen, Rahmen und Schellen aus. Wunderbar schwebende Töne erzeugte er auf der Steeldrum-ähnlichen Hang, optisch ein Mittelding zwischen Wok und Ufo.

Annette Maye glänzte auf verschiedenen Klarinetten, aus denen sie zart-schmeichelnde oder auch verstörende Klänge hervorzuzaubern verstand. Ein starker orientalischer Touch entstand, sobald Gürkan Balkan von der Gitarre auf die Kurzhalslaute wechselte. Wenn ein kasachischer Cowboy von Amerika träumt, könnte vielleicht ein Lied wie „Im Westen“ entstehen. Ihren Humor bewiesen die Musiker übrigens sowohl in einigen Kompositionen als auch in den interessanten Moderationen. Eine Zugabe beendete ein umjubeltes Konzert.

Von Wolfgang Wollek

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