Hunderttausende Internetfans machen Fortsetzung möglich

Wenn es hungrige Haie regnet: „Sharknado“ wurde zum Twitter-Erfolg

Fliegende Haie: Plakat zum Film „Sharknado“. Foto:  nh

Ein Tornado saugt blutrünstige Haie aus dem Meer und lässt sie auf Los Angeles herunterregnen, wo die großmäuligen Knorpelfische ungeachtet des akuten Wassermangels und unbeschadet durch den windigen Transport ins urbane Ambiente ihren menschenvernichtenden Raubzug verrichten:

Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand mit diesem Handlungsvorschlag bei einer Produktionsfirma vorstellig wird und das Okay für die Umsetzung bekommt, scheint denkbar gering. Und doch: Der trashige Monsterfilm „Sharknado“ (aus Shark = Hai und Tornado) wird im September auf DVD erscheinen, seine Fernsehausstrahlung in den USA ist in tornadoartiger Geschwindigkeit zu einem Kultereignis geworden. Und das über Twitter.

Der Kurznachrichtendienst verzeichnete während der Ausstrahlung auf dem US-Sender Syfy 318.232 Kommentare. Ein gigantischer Erfolg, der dazu geführt hat, dass der Hai-Grusel eine Fortsetzung bekommt. Das wurde jetzt bekannt gegeben. Für die Titelentscheidung bezog die Filmproduktionsfirma The Asylum - spezialisiert auf derartige Machwerke - wiederum die Twitterfans ein. 5000 Vorschläge gingen ein.

Hier sehen sie den Trailer zum Film "Sharknado".

Der Name „Sharknado 2: The Second One“ ist nun zwar nicht witzig,aber sagt immerhin genau aus, was es ist. Hier wird ein Tornado Haie über New York purzeln lassen. Mitwirken sollen wohl wieder Ian Ziering („Beverly Hills 90210“) und Tara Reid („American Pie“). Die Ausstrahlung ist für nächsten Sommer geplant. Der stellvertretende Syfy-Chef Thomas Vitale wertet das überbordende Interesse am Ursprungs-Film als „popkulturelles Phänomen“. Regisseur Anthony C. Ferrante ist im Magazin „Buzzfeed“ überwältigt vom Erfolg, weil es keinerlei Marketingbudget für den Streifen gegeben habe.

Twitter-Datenredakteur Simon Rogers erkennt laut Internetmagazin „Mashable“ zwei Faktoren, die den Erfolg ermöglicht haben: Kluges Neugierigmachen seitens des TV-Senders Syfy und die Mitwirkung bekannter Twitter-Persönlichkeiten wie Wil Wheaton, dessen Live-Kommentaren zum Film 2,4 Millionen Menschen auf Twitter folgten.

Am Morgen nach der Sendung war sich der Bürgermeister von Los Angeles, Eric Garcetti, nicht zu schade, zu posten, dass L.A. ein großartiger Tag bevorstehe - wenn nicht ein Sharknado kommt. So bekam ein absurder Killerfischfilm seinen Adelsschlag.

Die Titelideen

Über 5000 Titelideen sind für die Fortsetzung des Hai-Krachers „Sharknado“ (Shark = Hai) eingegangen. Eine Auswahl:

Army Of Sharkness

Bite Hard with a Vengeance

Shark Niño

The Shark Who Bit Me

The Bride of Sharkenstein

Viva Shark Vegas

SharkQuake

Sharknami

The Sharkquel

Shark Fast, Shark Furious

Look Who's Sharking Now

The Sharkfather

Die Filmfirma

Die 1997 gegründete Filmfirma The Asylum hat sich auf die Produktion von Mockbustern spezialisiert. Das Wort bezeichnet Filme, die echte Publikumserfolge imitieren. Dabei versuchen sie, auf der Erfolgswelle eines großen Kinostarts mitzusegeln, um den Markt im DVD-Geschäft aufzurollen. Beispiel: „Transmorphers“ (zu: „Transformers“). The Asylum produziert ansonsten Sexfilme und Monstertrash wie „Mega Shark vs Giant Octopus“. Die Projekte werden billig und schnell umgesetzt.

Von Bettina Fraschke

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.