Im Jugendorchester-Projekt „Lost Violet“ wird Verdis Opernhit „La traviata“ neu erfunden - Samstag Premiere

Wenn Liebe an Drogen scheitert

Kassel. Bei der Wahl zur schönsten Oper aller Zeiten holte sich vor Kurzem Verdis „La traviata“ den Titel. In etwas anderer Form kommt die unglückliche Liebesgeschichte von Violeta und Alfredo jetzt auf die Bühne des Kasseler Schauspielhauses.

„Lost Violet - ElectrOpera“ heißt die Produktion des Theater-Jugendorchesters (TJO), bei der Verdis Musik durch elektronische Klänge und Rhythmen, Rap-Gesang und Sprache ergänzt wird. Die Arrangements stammen von Thomas Rimes, dem musikalischen Leiter dieser Produktion.

Neben dem 50-köpfigen Orchester aus jugendlichen Musikern sind bei dieser TJO-Produktion erstmals auch 16 jugendliche Bühnendarsteller dabei - singend, tanzend und rappend. Seit November hat Regisseurin Lisa Marie Küssner mit ihnen geprobt und die Charaktere entwickelt. Anders als in Verdis Original geht es in „Lost Violet“ nicht um verletzte bürgerliche Moralvorstellungen, sondern um das Thema Drogen und Abhängigkeit.

Für die drei Hauptfiguren wurden Profisänger verpflichtet: Katrin Müller als Violet, Ilja Werger als Alfred und Hans Lydman als Germont, der hier Doktor heißt. Der Vater des Alfred ist hier eine Figur, „die das Drogenkarussell am Laufen hält und die Jugendlichen in der Hand hat“, so Küssner.

Neben dem Orchester sind auch Drums und Synthesizer besetzt - und fast alles wird live gespielt, betont Thomas Rimes. Und auch da, wo die Musik in Richtung Techno geht, spielen Verdis Melodien eine wichtige Rolle, verrät der musikalische Leiter.

Im Übrigen betont das Produktionsteam, dass diese Inszenierung zwar wesentlich von jungen Leuten gemacht wird, aber keinesfalls nur für Gleichaltrige gedacht ist.

Premiere am Samstag, 19.30 Uhr, Schauspielhaus. Für die Premiere sowie für die Vorstellungen am 17. April und am 2. Mai bietet die Fördergesellschaft neben der Abendkasse vergünstigte Karten für Jugendliche zum Preis von 3 Euro an.

Von Werner Fritsch

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