Neu im Kino: Wie kommen die Tiere ohne uns zurecht? „Die wilde Farm“ zeigt es

Wenn der Mensch weicht

Nie verniedlichend: Die Filmemacher Dominique Garing und Frédérique Goupil bemühen sich um einen realistischen Blick auf die Tierwelt eines Hofes. Süß sind diese beiden Ferkel trotzdem. Foto: nh

Es ist nicht gerade des Menschen größte Stärke, darüber nachzusinnen, wie die Welt wohl ohne seine Anwesenheit klarkäme. Wahrscheinlich weil am Ende die Erkenntnis reifen könnte: sehr gut. In der letzten Zeit hat aber doch die eine oder andere Fernsehsendung die Frage aufgeworfen, was mit unseren Städten geschähe, würden wir sie nicht länger mit unserer Anwesenheit beehren.

Die französischen Filmemacher Dominique Garing und Frédérique Goupil haben den Mikrokosmos eines Bauernhofes genauer unter die Lupe genommen. Sie erforschen, wie sich das plötzliche Verschwinden des Bauern auf sein Vieh auswirken würde. Sind Hund und Katz und Huhn und Schwein unweigerlich zum Verhungern und Verdursten verdammt, wenn sie nicht länger bedient werden?

Oder sind die natürlichen Überlebensinstinkte noch vorhanden, finden die Tiere einen Weg, mit der neu gewonnenen Freiheit umzugehen? Wie vermischen sich im Grenzbereich zwischen Wildnis und Hof die Interessen frei lebender und domestizierter Kreaturen?

Das Fressen und Gefressenwerden und der Trieb zur Fortpflanzung bestimmen auch das Leben unserer Haustiere. Bei der bildlichen Darstellung dieser Dinge übt der Film keine allzu große Zurückhaltung. Für kleinere Zuschauer besteht im Anschluss durchaus Erklärungsbedarf.

Im Gegensatz zu anderen Genre-Werken ist „Die wilde Farm“ nie verniedlichend oder vermenschlichend. Und der Zuschauer wird auch nicht zum Vegetarier erzogen. Im Gegenteil: die Aussicht auf ein leckeres Brathähnchen oder ein saftiges Steak nach dieser Vorstellung erscheint wahrscheinlich sehr verlockend.

Ob man „Die wilde Farm“ nun einen fiktionalen Film mit dokumentarischen Elementen oder eine inszenierte Dokumentation nennen soll, das wissen die Filmemacher selbst nicht so genau. Sie sagen, ihr Werk sei eben ein Kinofilm.

Genre: Pseudo-Doku

Ohne Altersbeschränkung

Wertung: !!!!:

www.hna.de/kino

Von André Wesche

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