Wenn neun Hörner schallen:

Unterhaltsames Konzert mit „Cornissimo & Friends“ im Opernfoyer

Klangstarkes Ensemble: (vorn v. l.) Gillian Williams, Kartini Suharto-Martin, Victoria Hauer, Susanne Lorenz, (Mitte v. l.) Markus Brenner und Johanna Mix, (hinten v. l.) Joachim Pfannschmidt, Ricardo Silva und Michael Hintze. Foto: Fischer

Kassel. Übers Jahr vegetieren sie im stickigen Orchestergraben und im hinteren Mittelfeld auf der Konzertbühne. Ihre Dienste nimmt der Dirigent gern an, doch oft ist es nur harmonische Füllmenge. Mancher Komponist billigt ihnen etwas Glanz zu. Robert Schumann in der „Rheinischen“, Antonín Dvorˇák in seiner Siebten, Richard Wagner im „Rheingold“ und in den „Meistersingern“.

Doch einmal im Jahr treten die Kasseler Vertreter dieses Berufsstandes ins Licht und haben einen ganzen Abend für sich. Die Rede ist von den Hornisten und Hornistinnen aus dem Staatsorchester. Am Montagabend war es wieder so weit: „Cornissimo & Friends“ luden zum Kammerkonzert ins Opernfoyer. Mehr als 250 Zuhörer waren gekommen und amüsierten sich köstlich über das bunte Programm.

Die acht Hornisten des Orchesters – Markus Brenner, Victoria Hauer, Michael Hintze, Susanne Lorenz, Johanna Mix, Joachim Pfannschmidt, Kartini Suharto-Martin, Gillian Williams und als Gast Ricardo Silva – spielten Werke für fünf bis neun Hörner.

Bach gab es (tiefernst Fantasie und Fuge g-Moll), Mendelssohn („Jauchzet dem Horn“, pardon „dem Herrn alle Welt“), Rossini (Ouvertüre zum „Barbier von Sevilla“), Elgar (aus den „Enigma-Variationen“, Humperdinck (der unverzichtbare „Abendsegen“), alles bestens vorgetragen, harmonisch, gut zusammen, kollegial und mit vielen kleinen Höhepunkten.

Auch Originalkompositionen waren darunter wie das ziemlich heikle „Farewell to Red Castel“ von Kerry Turner oder die „Valse Noble“ von Heinrich Wottawa.

Zum Mitraten und Wiedererkennen lud die Fantasie „Wagneriana“ von Hans Richter ein. Wotan, Winterstürme, auch Siegfrieds Horn machten Wagnerianern keine Mühe. Wer beim Bayreuther Meister nicht so erfahren ist, konnte bei der Suite aus alten Fernsehserien Punkte gutmachen.

Obwohl den trockenen Hornistenkehlen ein kühles Bier versprochen war, mussten die neun nachsitzen. Zwei Zugaben, zum Schluss Bachs Triolenhit „Jesus bleibet meine Freude“.

Von Johannes Mundry

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