Interview: Die Sängerin Sara Gazarek über ihren Auftritt mit Triosence in Kassel

Sie haben alle drei Kasseler Wurzeln, auch wenn sie jetzt an unterschiedlichen Orten in Deutschland wohnen - die Musiker Bernhard Schüler (Piano), Stefan Emig (Schlagzeug) und Matthias Nowak (Bass). Als Triosence gehören sie zu den erfolgreichsten deutschen Jazz-Formationen.

Ihr neues Album haben sie mit der amerikanischen Sängerin Sara Gazarek aufgenommen, mit der sie auch durch Deutschland touren. Am 11. Januar treten sie gemeinsam im Kasseler Theaterstübchen auf. Wir sprachen mit Stargast Sara Gazarak.

Frau Gazarek, Sie haben Ihr neues Album „Where Time Stands Still“ mit der deutschen Band Triosence veröffentlicht. Wie kam es zu dieser transatlantischen Kooperation?

Sara Gazarek: Bernhard Schüler von Triosence hat meine Musik bei einem Freund entdeckt. Via E-Mail hat er mich kontaktiert und gefragt, ob ich an einem gemeinsamen Projekt interessiert sei. Ich habe mir ihre Musik angehört und dann begeistert zugesagt.

Wie lief die Zusammenarbeit?

Zur Person

Die amerikanische Jazzsängering Sara Gazarek (30) stammt aus Seattle. In Kalifornien studierte sie Jazz und gewann als Studentin erste Preise. 2005 erschien ihr Debütalbum „Yours“, das in den USA, in Deutschland und Frankreich gleichmaßen positiv einschlug. Ihr zweites Album „Return To You“ erschien 2007. Die Los Angeles Times nannte sie „die nächste wichtige Jazz-Sängerin“. Zurzeit ist Sara Gazarek mit der Kasseler Band Triosence auf Deutschland-Tour und stellt ihr neues Album „Where Time Stands Still“ vor. (w.f.)

Gazarek: Bernhard hat mir die instrumentalen Audio-Dateien der Songs geschickt, zu denen ich dann die meisten Texte geschrieben habe. Einige Lyrics haben wir auch zusammen verfasst. Das war ganz witzig: Er hat seine Textideen niedergeschrieben und ich habe sie in ein korrektes Englisch übersetzt.

Welche Geschichte verbirgt sich hinter dem Album-Titel „Where Time Stands Still“?

Gazarek: Es ist der Name eines der neuen Songs: Ich habe mich selbst gefragt, wann die Zeit für mich persönlich still- steht. Der Zeitpunkt des Einschlafens schien mir die passende Antwort auf diesen Zeitpunkt zu sein. Ich habe den Text als ein Schlaflied für meinen Mann geschrieben.

Wie haben Sie Triosence Ihre Songideen vermittelt?

Gazarek: Oh, da flossen reichlich E-Mails zwischen ihnen und mir hin und her. Ich habe Triosence meine Ideen mitgeteilt und Bernhard hat Anregungen dazu geliefert. Er ist ein selbstbewusster und manchmal etwas rechthaberischer Bandleader. Es hat viel Zeit und langwierige Diskussionen gebraucht, bevor die Songs seine Gnade fanden.

Waren die Aufnahmen im Studio auch so schwierig?

Gazarek: Die Aufnahmen mit Triosence waren schon anders, als ich es gewohnt bin. Meine eigene Band spielt im Studio häufig komplette Songs zusammen live ein, um ein gemeinsames Gruppengefühl zu erzeugen. Bei dieser Produktion haben wir zu unterschiedlichen Zeiten an verschiedenen Teilen einzelner Songs gearbeitet. Die Arbeitsweise im Studio hier war eher an der Pop-Musik orientiert.

Gibt es einen unterschiedlichen Zugang zum Jazz zwischen den USA und Europa?

Gazarek: Da sind sicher einige generelle Unterschiede im Umgang mit dem Jazz zwischen den Kontinenten. Aber natürlich kann ich nur für die Kooperation mit Triosence sprechen: Bernhard Schüler hat die meisten Songs sehr konkret ausgearbeitet, sodass für Improvisationen nicht mehr viel Platz war. Bei uns ändern sich die Arrangements der Songs von Show zu Show.

Was darf man von Ihnen und Triosence auf der Bühne erwarten?

Gazarek: Primär werden wir an dem Abend natürlich die Songs vom gemeinsamen Album spielen. Sie sind wirklich toll geworden. Daneben werden Triosence noch einige instrumentale Stücke aus ihrem Repertoire ohne mich präsentieren.

Dienstag, 11. Januar, 20.30 Uhr, Theaterstübchen, Jordanstraße 11: Triosence feat. Sara Gazarek. HNA-Kartenservice: Tel. 0561 / 203 204.

Von Thorsten Hengst

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